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Berufshaftpflichtversicherung – Was ist zu beachten?

Sind die notwendigen Versicherungen zur sozialen Absicherung abgearbeitet, stellt sich für Existenzgründer die Frage, ob noch weitere Versicherungen nötig sind. Eine davon ist die Berufshaftpflicht. Da es auch hier keine generellen Aussagen gibt, haben wir wieder Versicherungsexpertin Natalie Avi-Tal von Luxburg+ und ihren Kollegen Robert Scharnowsky gefragt.

Was sichert die Berufshaftpflichtversicherung ab?

Eine Berufshaftpflichtversicherung kann als Pendant zur privaten Haftpflichtversicherung für den beruflichen und gewerblichen Bereich angesehen werden. Sie schützt den Versicherten vor dem Risiko, einen Schaden aus eigener Tasche bezahlen zu müssen und dadurch eine Vermögenseinbuße zu erleiden. Eine Haftpflichtversicherung ist also eine Schadensversicherung, um Schäden nicht aus dem eigenen Vermögen zahlen zu müssen.Grundsätzlich kann man die Berufshaftpflichtversicherung unterteilen in Vermögensschadenhaftpflichtversicherung und Betriebshaftpflichtversicherung

Die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung ist eine Berufshaftpflichtversicherung für alle Personen und Firmen, bei denen ein Berufsversehen echte Vermögensschäden, also keine Personen- oder Sachschäden, zur Folge hat. Das betrifft hauptsächlich Berufstätige aus dem Dienstleistungssektor, die aus beruflichen Gründen fremde Vermögensinteressen wahrnehmen und beratend, begutachtend, prüfend, verwaltend, vollstreckend, beurkundend und/oder aufsichtsführend für andere tätig werden. Das sind beispielsweise Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Notare und Ärzte.

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt die Haftpflichtansprüche, die einem Dritten durch die betriebliche Tätigkeit eines Unternehmens schuldhaft verursacht wurden. Bei unberechtigten Forderungen wehrt der Betriebshaftpflichtversicherer diese auch gerichtlich ab. Das Haftungsrisiko besteht sowohl für das Unternehmen als juristische Person, als auch für die Mitarbeiter des Unternehmens

In vielen Bereichen ist dieser Schutz vorgeschrieben, beispielsweise für Ärzte und Rechtsanwälte. Den Haftpflichtversicherungsschutz einer gewerblich tätigen Firma nennt man Betriebshaftpflichtversicherung. Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt lediglich Ansprüche aus Personen- und Sachschäden, also keine Vermögensschäden ab

Eine Vermögensschadenhaftpflicht sichert also nur Vermögensschäden ab, da in dem Berufsbild derjenigen, die eine solche Versicherung haben, keine Notwendigkeit für die Absicherung von Personen- und Sachschäden besteht, beispielsweise bei Steuerberatern und Rechtsanwälten? Umgekehrt gilt das für die Betriebshaftpflicht genauso. Eine Berufshaftpflichtversicherung ersetzt also Vermögens-, Personen- und Sachschäden, die während der Ausübung der Tätigkeit entstanden sind.

Für welche Berufsgruppen und Branchen ist die Berufshaftpflicht zwingend und für wen ist sie empfehlenswert?

Es gibt Berufe, für deren Ausübung eine Berufshaftpflichtversicherung zwingend ist. Das heißt, sie ist Voraussetzung, um den Beruf ausüben zu dürfen. Das betrifft Branchen mit höherem Gefährdungspotential wie Rechtsanwälte, Steuerberater oder Architekten.

Eine Berufshaftpflicht ist – abgesehen von den Berufen, die sie zwingend benötigen – grundsätzlich für alle Unternehmen abzuwägen, die eine Dienstleistung anbieten. Zudem sollten alle Freiberufler über eine Vermögensschadenhaftpflicht nachdenken.

Die Palette der Berufsgruppen, die eine Vermögensschadenhaftpflicht oder Betriebshaftpflicht benötigen, ist breit gefächert. Deshalb bieten die meisten Versicherungen auch individuelle Angebote für die einzelnen Branchen an. Es gibt spezielle Haftpflichtkonzepte für Notare, Anwälte, Wirtschaftsprüfer, Detekteien, Nachlassverwalter, Gutachter, Verbände und Vereine, Dolmetscher, Übersetzer, Verwalter, Arbeitsvermittler, Steuerberater oderVersicherungs- und Finanzmakler. Grundsätzlich können alle Personen, die freiberuflich tätig sind, sowie selbständige Unternehmen und Vereine eine Berufshaftpflicht abschließen.

Ob eine Betriebshaftpflicht oder Vermögensschadenhaftpflicht für das eigene Unternehmen in Frage kommt oder sogar notwendig ist, sollte am besten mit einem spezialisierten Berater geklärt werden.

Woran erkennt man einen spezialisierten Versicherungsberater?

Der Berater sollte in der Lage sein, eine branchenspezifische Absicherung anzubieten und genau nachfragen, wozu die Absicherung gewünscht wird und was das Tätigkeitsgebiet ist. Außerdem sollte der Berater nicht an eine bestimmte Versicherung gebunden sein, sondern frei aus dem Markt auswählen können. Die Preis- und Leistungsunterschiede können von Versicherer zu Versicherer sehr voneinander abweichen.

Was kostet eine Berufshaftpflichtversicherung ?

Die Kosten sind abhängig von den Leistungen, den Versicherungssummen und welche Art von Schäden versichert werden sollen. Weitere Faktoren sind die Höhe des Umsatzes, die Lohn- oder Gehaltssumme, die Anzahl der Angestellten, der Beruf und akademische Grad des Versicherten sowie die Art der Tätigkeit.
Ein Heilpraktiker kann beispielsweise ab 85 € zzgl. Versicherungssteuer im Jahr versichert werden, einen Arzt in der Anatomie kostet die Versicherung ca. 4000 € jährlich und einen Maler im handwerklichen Bereich ca. 300 €.

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

1 Kommentar

  1. Bitte beachten eine Berufshaftpflicht sichert Freiberufler ab. Eine Betriebshaftpflicht einen Gewerbebetrieb. Die Berufshaftpflicht ist nicht nur eine reine Vermögensschadenhaftpflicht. Bei Architekten z.B. ist die Berufshaftpflicht ein Vertrag in dem Personen-Sach-und Vermögensschäden in der Regel auf AHB-Basis abgesichert werden. Bei manchen Freiberuflern gibt es reine Vermögensschadendeckungen, in der Regel auf AVB-Basis. Diese benötigen dann aber trotzdem noch eine „Betriebshaftpflicht“ auch wenn das jetzt zum ersten Satz ein wenig widersprüchlich klingt. In der Regel ist das dann eine Betriebshaftpflicht für Bürobetriebe (Rechtsanwäte, U-Berater…). Den auch diese Freiberufler können natürlich auch Personen-und Sachschäden verursachen.

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