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Buch-Rezension: Corporate Blogs

Corporate Blogs

Spätestens seit Content wie ein Zauberwort für gutes Suchmaschinen-Ranking gehandelt wird, denken immer mehr Unternehmen über ein eigenes Blog nach. Passend dazu hat der Verlag O’Reilly das Buch von Meike Leopold „Corporate Blogs“ am Jahresende 2013 herausgebracht. Nun war es nie so, dass „Content nicht King“ gewesen wäre. Doch seit dem Hummingbird-Update von Google im September 2013 ist allen SEO-Spezialisten, Werbetreibenden und Online-Marketing-Experten klar geworden, dass sie ohne guten Content im Internet wenig ausrichten können. Guter Content heißt, dass sich der Inhalt an den Bedürfnissen der Nutzer orientiert. Wie man guten Content findet und ein Corporate Blog richtig aufsetzt, beschreibt die erfahrene Bloggerin Meike Leopold in dem Buch umfassend und gut verständlich.

Das Corporate Blog – eine komplexe Aufgabe

Es ist vor allem ein Handbuch für Kommunikations-Verantwortliche, aber ebenso für jeden, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte. Man erhält einen guten Überblick zu den komplexen Aufgaben, die nötig sind, um ein Unternehmens-Blog zu betreiben. Diese reichen von der strategischen Ausrichtung über rechtliche Fallstricke, Technik und Design bis hin zur Bekanntmachung, Suchmaschinen-Optimierung und dem Monitoring des Blogs. Mir gefällt, dass die Autorin besonders auf die gute Vorbereitung eines Blogs Wert legt. Denn das Wichtigste und auch Schwierigste in Unternehmen ist es:

a) die Chefs zu überzeugen,
b) Mitstreiter zu finden,
c) das Blog auf Laufen zu halten.

Mit Checklisten und Praxisbeispielen schafft sie es zu überzeugen, dass das im richtigen Leben auch funktionieren kann. Meike Leopold schöpft dabei nicht nur aus eigener Erfahrung sondern hat zusätzlich Verantwortliche anderer großer Unternehmensblogs befragt, deren Antworten im Buch immer wieder zitiert werden.

Kein Blog ohne Plan

Eins wird beim Lesen des Buches deutlich: Die Entwicklung eines guten Blogs ist keine Zauberei, sondern ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit am Thema. Ein weiterer Punkt, der sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht: Ohne Plan geht gar nichts. Wer sich keine Strategie überlegt, was und wen er mit dem Blog erreichen will und welche Themen dafür relevant sind, braucht gar nicht anzufangen.

Chancen von Corporate Blogs

Gut ist, dass es Meike Leopold immer wieder schafft, dem Leser die Situation vor Augen zu führen, in der Corporate Blogs heute entstehen: Die Gesellschaft befindet sich in einer Medienkrise. Wie erreichen Unternehmen jetzt potentielle Kunden, wenn sie sich nicht mehr zuverlässig über klassische Medien informieren, sondern auf irgendwelchen Kanälen im Internet? Die Autorin erklärt anschaulich, dass Blogs heute für Unternehmen eine Chance sind „Verleger in eigener Sache zu werden.“ Es geht um die „unverwechselbare Stimme“ eines Unternehmens. Sie bezeichnet das Bloggen als echte Alternative zur klassischen Pressearbeit. Und das ist es wohl, wenn Blogger inzwischen Influencer sind, die von mehr Nutzern gelesen werden als so manche Tageszeitung.

„Corporate Blog – oder wenn die Marke zum Dialog wird.“

Genau das müssen Unternehmen heute tun: Mit ihren Nutzern in den Dialog treten. Denn davon profitieren alle:

  • Das Unternehmen bekommt wertvolles Feedback von „draußen“.
  • Die Nutzer lernen ein Unternehmen und dessen Angebot besser kennen.
  • Es gibt einen thematischen Austausch über den Tellerrand der eigenen Firma hinaus und die Möglichkeit zum Wissensmanagement.

Risiken von Corporate Blogs

Redet man über Chancen des Bloggens, sollte man auch mögliche Risiken erwähnen. Meike Leopold bleibt hier überzeugend realistisch. Sie weist in allen Kapiteln auf mögliche Schwierigkeiten hin, liefert aber gleichzeitig Lösungsansätze. Das macht das Buch sehr praxisnah und hilfreich, selbst wenn einzelne Tipps sich mit der Zeit überholen sollten. Beispiele sind:

  • eine Qualitätskontrolle der Beiträge, um Fettnäpfchen zu vermeiden,
  • wie man intern und extern Regeln der Kommunikation für das Blog aufstellt,
  • wie man mit negativen Kommentaren und Trollen umgehen kann.

Das hat mir gefallen

Ich habe beim Lesen jedenfalls einiges gelernt, auch wenn mir viele Aspekte bekannt waren. Es ist immer gut, die Perspektive und Arbeitsweise eines anderen Experten kennen zu lernen. Beispielsweise habe ich mich gut über das Suchmaschinen-Optimierungs-Beispiel „Mit Grützwütz auf Platz 1 bei Google“ amüsiert. Ebenso gut hat mir das Beispiel gefallen, wie das Blog „Geld im Netz“ mit Troll „Herbert“ umgegangen ist.

Außerdem gefällt mir die Vernetzung im Text. Man merkt, dass Meike Leopold es gewohnt ist, Links zu setzen. Da das in einem gedruckten Buch nicht funktioniert, gibt es zahlreiche Verweise auf die entsprechenden Kapitel. Das ist beim Lesen ungemein hilfreich, wenn man sich fragt: Wie war das nochmal?

Das habe ich mir gleich für das neue Jahr vorgenommen:

  • vor dem Schreiben von Blogposts prüfen, auf welche passenden Posts ich intern verlinken kann und
  • eine Liste der wichtigsten Tags festzulegen.

Das Einzige, was ich bezweifle ist, dass rebloggen eine gute Idee ist. Denn wenn ein Blogpost in gleicher Form noch einmal auf einem anderen Blog veröffentlicht wird, ist das doch doppelter Content und wird von Google beim Ranking nicht gut bewertet.

Fazit

Meine Erfahrung: Durch das Bloggen wird man besser von potentiellen Lieblingskunden gefunden. Denn durch das Bloggen ist man für Leser als Mensch greifbarer. Es fällt dem Kunden vorab leichter zu entscheiden, ob die Chemie zum Dienstleister stimmt. Wenn das keine gute Motivation ist, mit dem Bloggen anzufangen, dann weiß ich auch nicht weiter. In jedem Fall lohnt sich beim Start eines Blogs der Blick ins Buch von Meike Leopold.

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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