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Buchhaltung zum Hören

Hans Peter Rühl

Die Buchhaltung ist ein Dauerbrenner für Existenzgründer und Unternehmer. Erkenntnisse aus dem Rechnungswesen sind die Grundlage, um sinnvolle unternehmerische Entscheidungen zu treffen. Viele Unternehmer scheuen trotzdem vor dem Thema zurück. Hans Peter Rühl hat eine schöne Alternative entwickelt, sich diesem „Buch mit sieben Siegeln“ anzunähern. In seinem Podcast, 13 kostenfreien Audiobeiträgen, die über iTunes abgerufen werden können, vermittelt er kaufmännisches Wissen wie Grundlagen zu Buchhaltung, Rechnungswesen und Kostenrechnung. Dieses Wissen stellt er anschaulich in dem Podcast sowie in einer eigenen iPhone App dar. Auf Anfrage gibt er Seminare, Workshops und individuelle Coachings. Wir haben uns mit ihm über seinen Podcast unterhalten.

Herr Rühl, wie sind Sie auf die Idee gekommen, einen Podcast zu entwickeln?

Zum einen, weil es mir Spass macht. Es fasziniert mich, das scheinbar trockene Thema Rechnungswesen mit den modernen Medien zu verknüpfen. Zum anderen sehe ich den Podcast als ein Vertriebsinstrument und konnte als erster deutscher Anbieter in diesem speziellen Bereich das Thema besetzen. Und schließlich profitiere ich oft von freien Angeboten im Internet und wollte auch meinerseits einen Teil dazu beitragen. Was nicht heißt, dass ich grundsätzlich etwas gegen Bezahlangebote hätte, ich selbst verdiene im Netz auch Geld. Aber einen gewissen freien Beitrag wollte ich einstellen.

Gibt es dazu nicht genügend Fachliteratur?

Fachliteratur gibt es wie Sand am Meer, aber wenig Gutes für Einsteiger oder Entscheider. Fast alle Angebote setzen stillschweigend voraus, dass die Lernenden alles können sollten, was auch Buchhalter wissen müssen. Kaum jemand konzentriert sich nur auf das Wissen, das Führungskräfte und Selbstständige benötigen, um Unternehmen zu führen. Dafür benötigen Entscheider/innen nur das kaufmännische Verständnis, aber nicht die vielen steuerlichen und rechtlichen Details. Dafür gibt es schließlich Fachleute. Deshalb tragen meine Angebote auch dazu bei, die Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und Controlling oder Buchhaltung beziehungsweise Steuerberatung zu verbessern.

Für wen haben Sie diesen Podcast entwickelt?

Für alle, die mit Soll und Haben nicht zurecht kommen und eine fundierte Erklärung von Anfang an benötigen. Vor allem für Schüler und Studenten, die eine Erklärung der Grundlagen noch vor dem Wissen, das Lehrbücher vermitteln, suchen. Die kaufmännischen Hintergründe also, warum so gebucht wird und nicht nur die Darstellung, dass so gebucht wird. Aber auch für Selbstständige, damit sie Rechnungswesen als ein exzellentes Werkzeug für den unternehmerischen Erfolg verstehen lernen und nicht nur als unnötige bürokratische Belastung.

Seit wann gibt es dieses Angebot und wie sind die Rückmeldungen?

Die erste Folge wurde im November 2009 hochgeladen. Die Rückmeldungen sind ausgezeichnet, der Podcast ist im Bereich Wirtschaft fast durchgängig in den Charts für Top-Folgen und Top-Podcasts vertreten, im Bereich Management und Marketing sogar regelmäßig in der Spitzengruppe. Insgesamt liegen 35 Bewertungen mit durchschnittlich viereinhalb von fünf Sternen sowie 16 sehr positive Rezensionen vor. Das freut mich angesichts des ungeliebten Themas besonders.

Worauf legen Sie in den Beiträgen wert?

Auf Verständlichkeit, Praxisnähe und Nützlichkeit für Entscheidungen. Und darauf, den kaufmännischen Sinn des Systems aufzuzeigen, damit es nicht nur als ein nervtötendes Instrument zur Befriedigung der Finanzbehörden gesehen wird. Tatsächlich ist Rechnungswesen ein Handwerkszeug für Entscheider.

Entspricht das auch den Inhalten Ihrer Seminare?

Ja, im Inhalt und im Ton, wobei das Seminar natürlich deutlich mehr Themen enthält und durch die Diskussionen und Rückfragemöglichkeiten beim Referenten ein erheblicher Mehrwert beim Lernen erzielt wird. Rechnungswesen kann tatsächlich – auch wenn das zunächst niemand glaubt – spannend und unterhaltsam sein. Ich vergleiche es gerne mit einem Jurastudium: Gesetze zu lernen ist oft langweilig und trocken, aber später einen Prozess zu führen, ist aufregend. So ist es auch beim Rechnungswesen: Das Buchen mit Soll und Haben ist zunächst eher trocken, aber später mit den Zahlen ganze Unternehmen zu führen, ist hochspannend.

Hier der Link zum Reinhören.

Sie sind ja noch einen Schritt weitergegangen und haben eine App entwickelt. Hauptnutzer sind BWL-Studenten, die in der Nacht vor der Prüfung ihr Wissen aufpeppen wollen, oder?!

Aus den Rückmeldungen entnehme ich, dass beide Angebote zu etwa 2/3 von Schülern und Studenten und zu 1/3 von Entscheidern genutzt werden, aber so ganz genau kann man es leider nicht feststellen. Letztere sind Selbstständige und Führungskräfte, die ihr Wissen auffrischen wollen oder die Grundlagen erwerben müssen, weil sie immer mehr mit Ergebnisverantwortung und Budgets konfrontiert werden. Entscheider können auch mal eben zwischendrin im Flugzeug oder einer Pause ein paar Kapitel spielen und müssen sich das Grundverständnis nicht von Steuerberatern oder der Buchhaltung erklären lassen – was manchen auch unangenehm ist.

Was sind die inhaltlichen Unterschiede zum Podcast?

Einmal ist es die intensivere Behandlung spezieller Themen, zum Beispiel des Materialeinkaufs, aber vor allem: Für die App haben wir speziell eine so genannte „Buchungsfolie“ entwickelt, bei der man einfach auf dem Touchscreen durch das Antippen von T-Konten Übungsaufgaben buchen kann. Es wird ein Geschäftsvorfall, zum Beispiel der Einkauf von Rohmaterial gegen Rechnung, mit einer ganzen Reihe von T-Konten vorgegeben und dann kann man durch Antippen die richtigen T-Konten auswählen und erhält sofort eine Rückmeldung, ob die Buchung richtig oder falsch ist. Ist sie richtig, werden die Werte auf den T-Konten eingetragen und der nächste Geschäftsvorfall kommt. Man erhält also sofort bei jedem Kapitel ein Feedback, ob man alles richtig verstanden hat und übt gleichzeitig das Buchen.

Selbst den Jahresabschluss über das Gewinn- und Verlustkonto (GuV) kann man so lernen und üben.

Dann kann man sich mit der App und den Podcast erst einmal das aufwändige MBA-Studium als Entscheider sparen, oder?

Das wäre schön 🙂 Die App liefert „nur“ die Grundlagen des Rechnungswesen, die Systematik und die kaufmännische Bedeutung dahinter. App und Podcast haben das Rechnungswesen auf das kaufmännische Prinzip zurückgeführt.

Beim MBA und normalen BWL Studium kommen kiloweise rechtliche Lerninhalte wie Handelsrecht und Steuerrecht sowie ausufernde, mehr oder weniger sinnvolle Zusatzanalysen dazu, Kennzahlen „en masse“ und viele, viele Details. Aber all das auf der Basis des Grundprinzips, das ich in App und Podcast vermittle.

(c) Foto: Petra Killick

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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