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Die startbox Lieblingsgründer: November 2013

Unsere Lieblingsgründerin im November 2013 bietet etwas, das man täglich braucht: gutes Essen! Auf ihrem YouTube Kochkanal Canan K. / Canans Rezepte zeigt sie, wie leckere Gerichte entstehen. Canan stellt viele türkische Rezepte vor, die sie von ihrer Familie gelernt hat, aber auch internationale Rezepte, die sie gut findet. Wir haben Canan bei ISI e.V. getroffen, der Initiative für selbständige Immigrantinnen in Berlin. Mehr zum Projekt Kochkanal steht in unserem Interview:

Seit wann gibt es Canans Kochkanal?

Meinen Kochkanal, Canan K. / Canans Rezepte, habe ich im Dezember 2012 eröffnet.
Das Blog gibt es seit April 2013 und eine Facebook-Seite habe ich seit August 2013.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, den Kurs zu starten?

Einen Kochkanal bei Youtube zu eröffnen war am Anfang reines Hobby. Ich koche leidenschaftlich gern und lade auch gern Freunde zum Essen ein oder verteile einige Kostproben in der Nachbarschaft, was bei Türkinnen üblich ist. Bestimmte Gerichte von mir waren schon richtig bekannt unter meinen Freunden und es kam immer wieder die Nachfrage nach den Rezepten. Wenn ich ihnen das Rezept geschrieben habe, kamen die Beschwerden, dass es nicht so schmeckt wie bei mir. So kam ich auf die Idee, einige Kochfilme zu drehen und diesen bei Youtube zu veröffentlichen, damit meine Freunde sich die Rezepte anschauen konnten.

Plötzlich viele Klicks von Fremden

Das taten sie auch, aber zu meinem Erstaunen taten das auch viele andere. Nach ein paar Tagen hatte ich für zwei Videos über 1000 Klicks und viele positive Kommentare von Fremden. Das wunderte mich und ich fragte mich wie diese Leute auf mein Rezeptvideo gestoßen waren. So fing ich an, über Youtube mehr zu lernen und erfuhr, dass einige damit bereits richtig Geld verdienten. Ich hatte mir ein Jahr Auszeit genommen, um mir Gedanken zu machen, welchen Job ich zukünftig ausüben werde. Ich bin Diplom-Ökonomin vom Beruf und arbeitete jahrelang im Bereich Finanzen und Wirtschaft, zuletzt war ich Dozentin in der Betriebswirtschaftslehre. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich einen Wendepunkt in meinem Leben. Ich habe gemerkt, dass meine Familie, insbesondere meine Kinder, zu kurz kamen neben meinem Job. Deshalb überlegte schon seit langem, ob ich nicht etwas Selbständiges im Internet machen könnte, um Familie und Beruf besser vereinbaren zu können.

Kannst Du mit der Geschäftsidee Geld verdienen?

Ich lernte alles aus dem Internet. Es gibt so viele Webseiten und Youtube-Tutorials über das” Geld verdienen im Internet”. Aber ich erfuhr auch, dass einige trotz Mühen leer ausgehen. Da ich selbst viele Jahre Dozentin für Existenzgründer war, wusste ich, dass der Verdienst von der Nachfrage abhängt. Man muss das anbieten, was nachgefragt wird. Also begann ich eine richtige Marktanalyse zu betreiben über meine Zielgruppen und Konkurrenten. Dabei schaute ich mir an, was die Konkurrenz richtig und falsch macht, also wie sie ihre Klickzahlen erhöhen. Ich untersuchte das Verhalten der Kochkanal-User . Dabei drehte ich fast zwei Rezeptvideos pro Woche und schaltete Werbungen vor meine Videos, damit die Möglichkeit zum Geldverdienen bestand. Aber meine Einkünfte bei Youtube blieben in den ersten drei Monaten unter 10 € – genaue Einkunftshöhen darf ich nach dem Vertrag mit Youtube nicht nennen – und es stieg nur sehr langsam. So verging mir die Lust und ich filmte 2 Monate keine Kochvideos mehr.

Bloss nicht aufgeben

Als ich dann bei Youtube wieder guckte, waren meine Klickzahlen bei zwei Videos auf einmal in die Höhe geschossen. Ich hatte endlich die 100$-Grenze überschritten, bei dem Youtube erst anfängt auszuzahlen. Also machte ich weiter mit meinen Kochvideos. Zur Zeit verdiene ich relativ gut damit, natürlich kann man meinen Youtube-Kanal nicht mit den Star-Kanälen vergleichen, die über 50.000$ im Monat verdienen. Diese Kanäle sind im Moment der Renner bei den Jugendlichen. Ich glaube aber, dass diese Kanäle eine Modeerscheinung sind, sie können auch genau so schnell verschwinden wie sie gekommen sind. Aber ich finde gerade Kochkanäle haben langfristig viel Potential. Das Interesse für Kochrezepte wird immer bleiben und im Internet sogar weiter zunehmen. Ich bin überzeugt, dass gerade Videorezepte von Hausfrauen statt von Berufsköchen, langfristig auf Youtube viel mehr Liebhaber gewinnen werden.

Was war bei der Gründung für Dich am schwierigsten?

Am schwierigsten waren für mich die ganzen technischen Sachen mit der Kamerafunktion, Filme schneiden, Audio-aufnahme, Video-Auditor, Webseite /Blog entwickeln usw. zu erlernen. Aber ich habe einen Kurs im Bereich “Selbständig werden im Internet” für Immigrantinnen bei ISI e.V. in Berlin besucht, wo man das alles lernt. Denen verdanke ich wirklich viel, zumal die Kurse auch von der EU und vom Berliner Senat finanziert werden, sind sie für arbeitslose Immigrantinnen kostenlos. Zusätzlich habe ich mir Vieles durch Bücher und Youtube-Tutorials angeeignet. Das war und ist immer noch harte Arbeit. Man dreht nicht nur Videos, sondern muss sich immer weiterentwickeln und zusätzlich sich um das Bloggen, Internetmarketing, Kommentarantworten usw. kümmern, wenn man Erfolg haben möchte.

Worauf bist Du besonders stolz?

Am Anfang glaubte mein Mann nicht an meinen Kochkanal. Er sagte nur: “Hauptsache, Du hast eine Beschäftigung, die Dir Spaß macht!” Als ich mein erstes Geld von Google bekam, werde ich seinen Blick nie vergessen. Ab diesem Augenblick fing er an, an mich und meine Geschäftsidee zu glauben. Am meisten bin ich darauf stolz, mein Hobby zu meinem Beruf gemacht zu haben, dass meine Familie mich auf diesem Weg unterstützt und dass ich endlich Arbeit und Familie unter einen Hut bringen kann.

Wie willst Du Dein Geschäft weiterentwickeln?

Meine Videozahl steigt so wie meine Einnahmen von Monat zu Monat. Ich muss jede Woche mindestens ein Video veröffentlichen, um meine Abonnenten nicht zu verlieren und neue dazu zu gewinnen. Ich habe bereits einen Blog und werde bald meine Webseite veröffentlichen. Für die Zukunft plane ich eine kostenlose Webseite mit Kochrezepten mit Ernährungstipps. Zusätzlich möchte ich unbedingt noch mein erstes Kochbuch herausbringen.

Was würdest Du anderen Gründern für den Start raten?

Wenn sie selbst an ihre Sache glauben, sollten sie bei den ersten Schwierigkeiten oder negativen Äußerungen aus ihrer Umgebung nicht aufgeben. Ganz wichtig am Anfang ist immer wieder die Marktanalyse. Sie müssen die Kundenwünsche und das Kundenverhalten kennen. Zusätzlich sollten sie die gute Konkurrenz als Vorbild nehmen. Aber am wichtigsten finde ich, dass die Geschäftsidee Spaß machen und man talentiert in der Branche sein sollte.


Kostenloses eBook: LieblingsgründerIn 2013
Download (PDF, ca. 1,2MB)

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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