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Die startbox Lieblingsgründer: Oktober 2012

Im Oktober ist der Foto- und Videograf Andreas Winter unser Lieblingsgründer. Sein Unternehmen Winter-Portrait gibt es seit Frühjahr 2012. Er möchte mit seinen Bildern Geschichten erzählen, am liebsten Geschichten von Unternehmern. Wie er das macht, dazu haben wir ihn befragt.

Lieber Andreas, was ist denn ein Videograf? Ist das nicht einfach ein Kameramann?

Nein, für mich nicht, ich verstehe mich hier schon wie bei der Fotografie auch als Ideenfinder, Konzeptersteller und aktuell auch Licht- & Schnittmann…

Ist Bild nicht gleich Bild? Wie bringst Du Deine Bilder zum reden?

Bilder sind immer ein Moment, indem man eine Stimmung, Motivation und Haltung eines Menschen „einfängt“, sozusagen eine Ablichtung einer nonverbalen Aussage. Um diesen Moment so authentisch wie möglich erlebbar zu machen, nehme ich mir sehr viel Zeit für das gegenseitige Kennenlernen und auch um die Motivation und das Ziel der Bilder gemeinsam herauszuarbeiten. Ich sehe meine Dienstleistung als Investition, nicht als „nice to have“ für den Kunden.
Das schafft gegenseitiges Vertrauen, Sicherheit und Begeisterung für die Arbeit miteinander.

Henri Cartier Bresson – eine Foto-Legende – beschrieb es so:

„Wenn Du Menschen fotografieren willst, studiere nicht Fotografie, sondern Soziologie“

Was war Deine Motivation, Dich selbständig zu machen?

Es war die „Enge“ und das „Klima“ in einer Konzernstruktur sowie mein Drang, wieder „Atmen“ und mich weiter entwickeln zu dürfen, die mich letztlich zur Selbständigkeit gebracht haben. Ich wollte mich mit Menschen „meiner Wahl“ auch in meiner Arbeit umgeben dürfen. Den letzten Anstoss gab natürlich meine Leidenschaft für das ruhende und bewegte Bild, was mich schon als Kind faszinierte. Beginnend mit einem „Fotokasten“ mit Rollfilm meines Opas versuchte ich schon immer interessante Dinge und Momente aufzunehmen. Bis vor zwei Jahren waren Menschen eher Statisten in meinen Bildern, jetzt „spielen“ sie die Hauptrolle. Deshalb lautet mein Credo auch auf meiner HomePage: „Die Menschen machen den Unterschied!“

Und da mich dann immer öfter Leute ansprachen, ich solle eine Ausstellung machen etc.., sagte ich mir: das kann ich, das will ich, das mach ich!

Was war bisher Deine größte Herausforderung?

Das war vor zwei Jahren meine ersten drei „Alleinflüge“ – Start/Flug/Landung mit einem Flugzeug (Segelflugzeug), Adrenalin pur 😉

Das war sozusagen das Warm-Up für meine Unternehmensgründung. Und in der Gründung selbst ist jeder Tag eine Herausforderung. Man ist zwar „nur“ ein kleines Unternehmen, aber genau deshalb auch Marketing-, Vertriebs-, Auftrags-, Ausführungs-, Kauf-, BWA-… „Abteilung“ in einer Person. Da die „Balance“ hinzubekommen ist – wie ich finde – die eigentliche Herausforderung, ja und nicht zu vergessen damit dann auch noch Geld zu verdienen.

Was lief anders, als Du es Dir vorgestellt hast?

Zum einen habe ich die enorme Höhe der notwendigen Investitionen unterschätzt. Zum anderen dachte ich, man würde eher und klarer erkennen, was ich „visuell“ beruflich mache. Kürzlich las ich mal die Aussage, dass es in Berlin mehr Fotografen als Berufskraftfahrer gäbe. So gesehen ist es mein Ziel, dass die Kunden bei mir bewusst „einsteigen“ und mit reichlich Fahr-Spaß Ihr gewünschtes Ziel erreichen und ihre Investition sich auch amortisiert. Ich sehe mich als Unternehmerfotograf, das heißt, ein Fotograf für alle, die wirklich etwas „unternehmen“.

Was ist Dein bisher größter Erfolg?

Der konsequente „Schritt“ in die Selbständigkeit, das verlangt eine grundsätzliche Entscheidung, Leidenschaft und Mut, dann auch bewusst die Konsequenzen zu tragen. Das ist kein Schongang, verlangt einem alles ab. Inklusive sind jedoch die vielen kleinen Momente, in denen man beispielsweise mit Menschen arbeiten darf, von denen man bisher nur ein Buch gelesen hatte. Beate Westphal mit ihrem Buch „Eigentlich wär ich gern“ ist so eine Bereicherung. Zunächst entwickelten wir gemeinsam das Foto-Projekt „Beruf(ung)“ und jetzt stellen wir auf Basis von Crowdfunding ein Filmprojekt auf die Beine. Das ist für mich elementare Lebensqualität.

Wie willst Du Dein Unternehmen entwickeln? Was ist Dein Traumziel?

Auf Basis der handwerklichen Foto- und Videografie möchte ich mit meinen Kunden Gestaltungsformen für ihr individuelles Marketing entwickeln.

Mein Ansatz ist hierbei Zuhören, Dialog, daraus Lösungen entwickeln und sie umsetzen. Das heißt für den Kunden, mit der Investition in passende Bilder Mehrwert für sich zu schaffen.

Als erfolgreiches Unternehmen möchte ich darüber hinaus „selbst gewählte“ freie Projekte umsetzen. Das ist auch ein Grund für meine Selbständigkeit als Foto- und Videograf. Ich möchte Menschen, die „wirklich“ etwas unternehmen – sei es unternehmerisch, gesellschaftlich oder künstlerisch – visuell unterstützen.

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

1 Kommentar

  1. Mein Herz machte einen Sprung nach dem anderen….Dankeschön für diesen Artikel. Andreas Du hast Ausstrahlung, bist Wortgewand, einfach KLASSE. Du bist „anders“. Viel viel schöne Energie und vorallem wunderbare Kunden wünsche ich Dir von Herzen. LG Pery.

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