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Die Visitenkarte des Grauens

Visitenkarten

Viele UnternehmerInnen gehen regelmäßig zu Netzwerkveranstaltungen und Messen. Man kann Kontakte knüpfen und seine Visitenkarten verteilen -natürlich bekommt man auch jede Menge Visitenkarten zurück. Manche hebt man auf, andere wandern nach einem kurzen Blick direkt in den Papierkorb. Als Grafikdesignerin behalte ich schöne Karten als Inspiration. Ich sammle aber auch Karten für meine „Box des Grauens“. Das sind Karten die andere direkt in den Papierkorb werfen. Aber warum?

E-Mail-Adresse

Frau Merkel hat zwar kürzlich gesagt: „Das Internet ist für uns alle neu“, aber dem kann wohl niemand ernsthaft noch zustimmen. Wenn auf einer Visitenkarte die E-Mail-Adresse von einem kostenfreien Provider, wie GMX, Web, Yahoo oder t-online ist, dann nimmt niemand diesen Unternehmer ernst. Oft hat er keine eigene Webseite. Falls doch, hat er sie anscheinend selbst erstellt und weiß nicht, wie man eine persönliche E-Mail-Adresse einrichtet.
Mein Tipp: Eine firmeneigene E-Mail-Adresse einrichten lassen, wie z.B. nachname@meine-homepage.de oder info@meine-homepage.de

Handgeschriebene Korrekturen

Bei der Übergabe der Visitenkarte wird noch schnell der Kugelschreiber gesucht, denn die Telefonnummer stimmt nicht mehr oder auf allen 1.000 Karten ist eine falsche Hausnummer gedruckt worden. Einer hatte sich beim Umzug der Firma dann kleine Aufkleber drucken lassen und sie per Hand auf die Karten geklebt -mehr oder weniger schief. Der Trainer verlangt einen Stundensatz von 200-300 EUR.
Mein Tip: Die alten Karten kann man selbst genauso gut wegwerfen und neue Karten mit den richtigen Daten drucken lassen. Es kostet doch kein Vermögen mehr.

Design

Der 1. Eindruck zählt. Wenn ich mich mit jemandem gut unterhalte und ihm dann eine langweilige weiße Karte mit blauem Strich übergebe, dann ist jede Wirkung verloren. Die Karte wird dann am nächsten Morgen doch weggeworfen. Auch wenn das Design der Karte nachher nicht mit dem Design der Homepage übereinstimmt, ist der Eindruck schlecht.
Mein Tipp: Ein einheitliches Corporate Design mit einem individuellen Logo, dass auf den Visitenkarten, Flyer und der Webseite gestalten lassen.

Papier

Es gibt doch noch UnternehmerInnen, die ihre Visitenkarten in stundenlanger Handarbeit selbst gestalten, drucken und ausschneiden. Beim Anfassen hat man dann so ein labbriges Gefühl in der Hand. Wenn man die Karte länger hält, löst sie sich an den Rändern auch auf und die Farbe verschmiert. Doch auch im Druck wird oft zu dünnes Papier gewählt.
Mein Tipp: Mindestens 300g-Papier verwenden und wer hochwertige Dienstleistungen anbietet, sollte sich speziell strukturiertes Papier aussuchen.

Fotos

Besonders im Vertrieb wird ein Foto auf der Visitenkarte sehr geschätzt. Man hat ein Bild zu dem Menschen und die Erinnerung fällt leichter. Doch wenn einen dann unnatürlich grinsende Fratzen – vielleicht noch mit dem Wohnzimmer im Hintergrund – anlachen, dann ist genau das Gegenteil erreicht.
Mein Tipp: Gründlich überlegen, ob ein Foto sinnvoll ist und dann zum Fotografen gehen.

Es gibt natürlich noch weitere Punkte, wie Schriftgröße und Farbwahl, die eine Visitenkarte zur Visitenkarte des Grauens machen können. Die Visitenkarte ist unter Geschäftsleuten das wichtigste Kommunikationsmittel und sollte einen guten, professionellen Eindruck beim Gegenüber hinterlassen. Man kann gute Freunde, Kollegen oder einen Profi fragen und sich Feedback vor dem Druck einholen. Damit ihre Visitenkarte in guter Erinnerung bleibt und sogar weitergegeben wird!


Andrea Rochlitz | www.yand.de

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Autor: Andrea Rochlitz

Seit 2006 bin ich begeisterte Unternehmerin. Inzwischen habe ich über 100 Firmen zu ihrer Corporate Identity beraten. Was macht ein Unternehmen aus, welche Werte und Visionen stehen dahinter und wie können diese dem Kunden vermittelt werden? Diese Fragen möchte ich gerne gemeinsam mit dem Existenzgründer klären. Als sehr kreativer Mensch habe ich für meine Mandanten oft auch ungewöhnliche Ideen für das Marketing.

2 Kommentare

  1. Imme öfter Frage ich mich – warum überhaupt noch eine Visitenkarte.
    Die Karte des Grauens! Selbiges könnte man über zahlreiche Beraterwebseiten sagen wie ich unlängst bei einem Onlinemarketingseminar bei einem Coaching- und Beraterverband fest gestellt habe.
    Die Krönung war ein Trainer der mir eine Visitenkarte gab, auf der eine Webseite genannt war die noch nicht bestellt war – ein Karriere- und Kommunikationstrainer – ein echter Brüller – unfassbar und das ebenfalls bei einem Tagessatz von 1000 bis 1800 Euro.

    Man fragt sich natürlich wie jemand damit überhaupt einen Auftrag bekommen kann – nicht immer nachvollziehbar. Auf der anderen Seite wird es für diejenigen leichter die professionell auftreten.

    Die Verteilung der persönlichen Daten wird immer stärker digitalisiert, so das die herkömmliche Visitenkarte von der ich manuell (und damit zeitraubend)die Kontaktdaten in Outlook übertragen muss langsam zum Relikt vergangener Tage wird.

    Gruss Klaus

    • Hallo Klaus, vielen Dank für deine Zustimmung. Ja, man fragt sich wirklich, wie diese Unternehmer Aufträge bekommen können. Ich denke die Visitenkarte in Papierform wird es immer geben. Bei Veranstaltungen ist die einfach schnell überreicht und nicht jeder Unternehmer ist bei XING registriert für einen Handshake per Smartphone.

      Viele Grüße, Andrea

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