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Existenzgründer sind Helden

Wir meinen, Existenzgründer sind Helden. Sie haben sich in unbekannte Gefilde aufgemacht und bestehen in ungewohnter Umgebung ungeahnte Abenteuer. Wir finden das sehr inspirierend, Gründergeschichten aus dieser Perspektive zu betrachten. Dann sieht man mal anders.

Wie wir auf die Helden gekommen sind

Nadja vom startbox-Team war sowohl beim Business Jam zur „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“ dabei als auch  im Kreativlabor Digital Mentoring an der HTW und hat versucht, mehr über das Heldenprinzip herauszufinden.
Und sie ist begeistert von den neuen Perspektiven, Ideen und Gedanken.
Der Heldenansatz wurde in dem Forschungsprojekt der UdK und der HTW genutzt, um daraus „kreative Szenarien für Innovationskompetenzen von Individuen, Teams und Organisationen“ zu entwickeln.

Was steckt dahinter

In unserem Leben befinden wir uns in stetigem Wandel. So war das schon immer. Nur erleben wir heute einen extrem schnellen Rhythmus dieses Wandels und es ist schwer mitzuhalten bzw. die Veränderungen überhaupt zu erkennen.

Wir verfügen heute über Internet, Medien, Bibliotheken und Archive, um uns zu informieren. Doch wie haben sich die Menschen auf dem Laufenden gehalten, als es das alles noch nicht gab? Richtig, sie haben sich Geschichten erzählt. Sie haben das Wissen mündlich weitergetragen von Mensch zu Mensch und von Generation zu Generation. Diese Geschichten – oder Mythen, Sagen, Märchen – sind uns noch heute bekannt. Sie sind sozusagen verdichtetes Menschheitswissen.

Das war der Ansatz des Buches von Joseph Campbell, „Der Heros in tausend Gestalten“ (2002). Er hat bei dem Vergleich dieser Geschichten herausgefunden, dass sie immer nach einem bestimmten Muster ablaufen, eine bestimmte Schrittfolge haben. Die Schritte sind:

  • Aufbruch ins Land der Abenteuer,
  • Neues entdecken und etwas wagen im Land der Abenteuer,
  • zurückkehren und das Gewohnte mit dem Neuen bereichern.

Wir nennen das heute Innovation und Philosophen würden es als Synthese bezeichnen.

Was fangen kleine- und mittelständische Unternehmen damit an

Wenn wir ehrlich sind, sehen wir manchmal den Wald vor Bäumen nicht. Das geht Unternehmen nicht anders. Vollständig vom Alltagsgeschäft in Anspruch genommen, merken sie manchmal nicht oder viel zu spät, dass sie den Anschluss verlieren. Aktuelles Beispiel ist Kodak.

Übrigens: Das Prinzip eignet sich auch hervorragend dazu, eine Neuerung in Form einer Geschichte interessant und verständlich zu präsentieren. Durch das Erleben der eigenen Heldengeschichte mit künstlerischen Mitteln gelingt es, den rationalen Modus einmal abzuschalten und im kreativen Modus dem unbewussten Erfahrungsschatz und den Bauchgefühlen Raum zu geben.

Warum gerade der Held

Weil der Held jemand ist, der das Richtige zur richtigen Zeit tut. Durch sein mutiges und unkonventionelles Handeln ermöglicht er Zugang zu neuen Ideen, Handlungsmöglichkeiten, Ressourcen. Im Rahmen des Heldenprinzips geht es spielerisch und kreativ zu. Das ist genau das Klima, das man für Neuerungen braucht. Hier wird noch nicht gemanagt und kontrolliert, sondern es gibt Raum zum Ausprobieren und Experimentieren. Fehler gehören dazu und dürfen gemacht werden. Dass der Weg des Helden kein einfacher ist, zeigen die einzelnen Stufen, die die Unternehmen während der Innovationsdramaturgie durchlaufen.

Die Heldenreise oder „Der rote Faden der Veränderung“

1.Akt: Der Aufbruch
Der Ruf
Die Weigerung
Der Mentor

Hier kommt die Schwelle zum Land der Abenteuer, ins Land des Unbekannten.

2. Akt: Im Land der Abenteuer
Der Weg der Prüfungen
Die entscheidende Prüfung
Die Belohnung

Jetzt kehrt der Held zurück.

3.Akt: Die Rückkehr
Der schwierige Rückweg
Meister zweier Welten

Ausprobieren

Im Rahmen der „Innovationsdramaturgie nach dem Heldenprinzip“ finden in diesem Jahr verschiedene Workshops statt.
Das Heldenprinzip kann zur Erkundung verschiedener Fragestellungen genutzt werden, um:

  • Muster für Veränderungs- und Entwicklungsprozesse wie Krisen, neue Aufgaben und Umbrüche zu erkennen
  • Change-Prozesse in Unternehmen zu zeigen
  • für die Teamentwicklung
  • zur Innovationsarbeit
  • für die Kommunikation in diesen Prozessen
  • für die Dramaturgie von Veranstaltungen.

Aus dem Kreativlabor kann die startbox berichten, dass sich beim Erkunden des Heldenweges mithilfe digitaler Spiele ein ganz eigenes Verständnis für und eine ganz andere Sicht auf Veränderungsprozesse entwickeln. Wie befreiend, mal aus dem reinen Logik-Rhtythmus in den Kreativbereich zu switchen. Dabei werden ganz andere Assoziationen und Erkenntnisse frei. Der Blick wird frei für ganz andere Anknüpfungspunkte.

Nina Trobisch, Forschungsleiterin des Projektes am Zentralinstitut für Weiterbildung an der UdK dazu:

„Innovation aus der Unschärfe und der Unplanbarkeit zu schöpfen, dafür gilt es Konzepte zu generieren. Der Weg des Helden ist eine Projektionsfläche, die für jeden Entwicklungsprozess nutzbar ist. (…) Die Unternehmen nutzen es (das Heldenprinzip, NB) als praktisches Wissen und Handwerkszeug. (…) Denn: Was wir schon wissen, ist nicht neu. Was neu ist, wissen wir noch nicht.“

(aus: Denisow, Karin/Trobisch, Nina: Neue Horizonte für Innovationsarbeit. In: praeview Nr.1/2011, S. 26/27)

 

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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