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Förderprogramme für den Mittelstand

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Nicht nur Existenzgründer können von Förderangeboten profitieren, sondern auch kleinere und mittlere Unternehmen. Ein besonderer Bedarf besteht häufig im konzeptionell-strategischen Bereich. Zwei Programme, „CALL“ und die „BAFA-Förderung“, die diese Beratungsleistung fördern, möchten wir vorstellen. Dazu haben wir mit Projektleiterin Constanze Richter von der RKW Berlin GmbH gesprochen.

Das Programm CALL (Consulting Angebot: Leistungen und Lösungen) ist ein Beratungsangebot für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des verarbeitenden Gewerbes in Berlin. Es soll helfen, die Wettbewerbs- und Wachstumsmöglichkeiten des Unternehmens zu verbessern. Der Antrag muss vor der Beratung gestellt werden.

Was zählt denn zum verarbeitenden Gewerbe und gilt das Programm auch für das Land Brandenburg?

CALL richtet sich ausschließlich an Berliner Unternehmen, die im verarbeitenden Gewerbe tätig sind oder Dienstleistungen erbringen, die nah am verarbeitenden Gewerbe angesiedelt sind. Dazu zählen also alle Unternehmen, die etwas herstellen, egal ob das Elektronikbauteile sind, Brötchen oder Software. Dienstleister können zum Beispiel Reinigungsfirmen sein, die sich auf das produzierende Gewerbe spezialisiert haben oder auch eine Autovermietung, die hauptsächlich an solches Gewerbe vermietet.

Was kann mit CALL gefördert werden?

Mit CALL können die kleinere und mittlere Unternehmen unterstützt werden, ihre Arbeitsorganisation und Geschäftsprozesse zu optimieren, Innovationsprozesse im Betrieb zu beschleunigen, ihre Wettbewerbsfähigkeit und Wachstumsmöglichkeit zu verbessern und so die Betriebe und die Arbeitsplätze der Beschäftigten zukunftsorientiert zu sichern und auszubauen. Die Palette der Beratungsinhalte ist also sehr breit, konkrete Themen der CALL-Förderung können beispielsweise folgende sein:

  • Personalgewinnung, Organisations- und Personalentwicklung,
  • Arbeitsorganisation,
  • Optimierung von Geschäftsprozessen,
  • Technologische Innovation,
  • Anpassung an neue Markterfordernisse,
  • Hilfe zur Erschließung neuer Märkte,
  • Qualitätsmanagement,
  • Kunden- und Vertriebsmanagement,
  • Nachhaltige Unternehmensführung und
  • Controlling.

Gibt es auch Themen, die von der Beratungsförderung ausgeschlossen sind?

Ja, in einigen wenigen Bereichen wird ein Zuschuss zur strategischen Beratung nicht gewährt. Beispielsweise können schon beschlossene Personalabbaumaßnahmen nicht gefördert werden. Auch Fragen, die sich ganz oder überwiegend auf Rechts- Versicherungs- und Steuerfragen beziehen, Architekturleistungen, Akquisitions- und Vermittlungstätigkeiten sowie Angebot und Vertrieb von Waren beinhalten, sind von der Förderung ausgeschlossen. Darüber hinaus dürfen Fördermittel natürlich nicht kumuliert, d.h. nicht zwei Förderungen für dieselbe Beratung in Anspruch genommen werden. Diese Einschränkungen gelten für beide Förderprogramme.

In welcher Höhe wird die Beratungsleistung gefördert?

Bei dem Programm CALL kann ein 50%iger Zuschuss zu den Beratungshonoraren beantragt werden. Die maximale Zuschusshöhe pro Beratung beträgt 5000 € (netto) und kann zweimal in Anspruch genommen werden, einmal für eine Grund- und einmal für eine Aufbauberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Grund- und Aufbauberatung?

Der erste Schritt einer CALL-Förderung ist die Grundberatung. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen und dokumentiert ist, kann ein Antrag für eine Aufbauberatung gestellt werden.

In welchem Zeitraum muss die Beratung stattfinden?

Die maximale Laufzeit nach der Bewilligung bis zum Ende der Beratung beträgt 12 Monate.

Die BAFA-Förderung zielt ebenfalls auf die Verbesserung der Wettbewerbs- und Wachstumsmöglichkeiten von mittelständischen Unternehmen und wird bundesweit gewährt. Der Antrag auf Förderung kann allerdings erst nach Ablauf der Beratung gestellt werden.

Wie lange darf denn die Beratung bei Antragstellung für die BAFA-Förderung zurückliegen?

Die Förderung muss spätestens drei Monate nach Beratungsende beantragt werden. Um hier allerdings die richtigen Berichte einzureichen, sollte auf jeden Fall vor dem Beratungsbeginn mit dem RKW gesprochen werden.

Was ist das Besondere an diesem Förderprogramm?

Bei der Beratung sollen konzeptionelle Beratungsleistungen sowie darauf aufbauende Umsetzungsmaßnahmen unterstützt werden. Unternehmen können bis zu sechs Beratungspakete à maximal 3.000 EUR (netto) mit einem Zuschuss von 50% gefördert bekommen. Zwei dieser Beratungspakete können aus dem Bereich „Allgemeine Beratung“, zwei aus dem Bereich „Spezielle Beratung“ und zwei aus dem Bereich „Besondere Beratung“ stammen. Die Themen dürfen nicht aufeinander aufbauen. Dafür kann eine maximale Förderung von insgesamt 9.000 EUR (netto) in Anspruch genommen werden.

Was bedeutet „Allgemeine Beratung“ und „Spezielle Beratung“?

Die „Allgemeine Beratung“ umfasst Bereiche wie:

  • Wirtschaftliche Beratung
  • Finanzielle Beratung
  • Personelle Beratung
  • Organisatorische Fragen der Unternehmensführung
  • Einführung oder Anpassung eines Qualitäts-Management-Systems (QMS)

 
Die „Spezielle Beratung“ umfasst Themen wie:

  • Technologische Innovation
  • Außenwirtschaftsberatung
  • Kooperationsberatung
  • Mitarbeiterbeteiligung
  • Fachkräftegewinnung
  • Compliance
  • Arbeitsschutz
  • Unternehmensübergabe

An wen richtet sich das Förderprogramm?

Die Zielgruppe für die Beratungsförderung sind KMU der gewerblichen Wirtschaft und der freien Berufe, die mindestens ein Jahr am Markt bestehen und die KMU-Kriterien erfüllen.

Können Sie noch die wichtigsten KMU-Kriterien benennen?

Zu den kleinen und mittleren Unternehmen zählen alle, die folgende Kriterien erfüllen:
nicht mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und
einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Mio. € jeweils zum Stichtag des letzten durchgeführten Rechnungsabschlusses und
nicht mit 25 % oder mehr des Kapitals oder der Stimmanteile im Besitz eines oder mehrerer Unternehmen, welche die vorher genannten Voraussetzungen nicht erfüllen.

Gibt es Kriterien, die die Beratung besonders förderfähig machen?

Ja, der Themenbereich Umweltschutz erfährt eine besondere Förderfähigkeit, außerdem werden Unternehmerinnen, Unternehmer(innen) mit Migrationshintergrund
sowie Unternehmen mit Mitarbeiter(innen) mit Migrationshintergrund besonders gefördert. Darüber hinaus stehen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Fokus.

Wie unterstützt die RKW Berlin GmbH dabei?

Die RKW Berlin GmbH organisiert den gesamten Beratungsprozess. Unternehmen können uns den Berater ihrer Wahl nennen oder wir vermitteln gern Berater aus unserem Beraternetzwerk b:net. Das RKW übernimmt alle notwendigen Verwaltungsvorgänge wie Fördermittelanträge, Verträge und Abrechnungen zu stellen.

Aus welchen Mitteln werden die Beratungen finanziert?

Die CALL Beratungsförderung wird vom Berliner Senat aus Mitteln der EU finanziert, BAFA aus Mitteln des Bundes und der Europäischen Union.

Vielen Dank für das Gespräch! Wer eine strategisch-konzeptionelle Beratung sucht, kann sich gern an uns oder direkt an die Projektleitung der RKW Berlin GmbH wenden.

Kontaktdaten
Sandra Lorenz
Tel.: +49 30 2062259-10
Fax: +49 30 2062259-50
sandra.lorenz@rkw-bb.de

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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