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Gründer erzählen: Camper-Miete

Foto: Aline Golly

Mit dem Camper durch Europa touren? Aline Golly aus München macht es möglich. Seit einem Jahr vermietet sie Camper für den individuellen Urlaub. Wie sie auf die Idee gekommen ist, sich mit camper-miete.com selbständig zu machen, welche Hürden sie umschiffen musste und welche Erfolge sie schon feiern konnte, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Wie bist auf die Idee gekommen Camper-Miete.de zu gründen?

Die Idee entstand, als wir uns privat einen Camper kaufen wollten und bemerkten, dass wir
überhaupt nicht ernst genommen wurden. Man muss dazu erwähnen, dass die ganze
Camper-Branche vor 1,5 Jahren noch etwas eingestaubter war. Camping hat einen
extremen Boom erlebt und mehr und mehr junge Menschen wollen flexibel reisen,
arbeiten und mittlerweile sogar in einem Camper leben.

Foto: Camper-Miete.com

 

 

 

 

Wie gesagt, wurden wir einfach nicht beachtet, kaum beraten und waren zunehmend
frustriert. Wir haben uns nach und nach in die ganze Materie – Camper, Kauf, Vermietung
– selbst eingearbeitet und eines Tages bei einer Flasche Wein kam uns die Idee. Da ich
mich beruflich umorientieren wollte und nach 11 Jahren in den Bereichen Marketing und
Vertrieb in einem Konzern gerne selbst was auf die Beine stellen wollte, war das
beschlossene Sache: Ich vermiete Camper.

Hast Du allein gegründet?

Ja, ich bin Einzelunternehmerin. Allerdings habe ich sehr viel Unterstützung von meinem
Lebenspartner, der mir bei der Fahrzeugauswahl, beim Kauf und technischen Fragen zur
Seite steht.

Was war der entscheidende Moment, an dem Du gesagt hast:
Jetzt gründe ich?

Wie schon erwähnt, war das eher so eine spontane Bauchentscheidung, die dann über ein
paar Wochen gereift ist und nach und nach Gestalt annahm. Nach diesem einen Tag, an
dem ich mir sagte, das mache ich jetzt, fing ich auch schon an und buchte Kurse, um
Web-Design zu erlernen, schrieb einen Businessplan, rechnete, informierte mich und
absolvierte schließlich den Kurs zur Existenzgründung. Und dann war der Stein am
losrollen.

Welche Herausforderungen musstest Du bewältigen, um zu gründen?

Im Grunde war alles nicht besonders schwierig. Wenn ich etwas unbedingt möchte, kann
ich sehr kreativ und auch ein wenig stur werden und boxe mich auch durch mögliche
Herausforderungen durch. Aber bis auf die Finanzierung der Camper, was eine kleine
Zitterpartie war, lief alles andere wie am Schnürchen. Der Businessplan versprach ein
positives Ergebnis, meine Webentwickler-Kennnisse entwickelten sich, das Logo hatte ich
fix im Kopf und auf Papier und die Zielgruppe war schnell definiert. Ich wollte, dass sich
jeder – auch wenn er noch kein Rentner ist – angesprochen und aufgehoben fühlt. Die
jüngere Zielgruppe musste angesprochen werden.

Welche Schwächen musstest und musst Du noch überwinden?

Meine Schwächen zeigten sich dann erst im operativen Doing mit den Kunden. Da muss
man bei Schäden am Fahrzeug auch mal einfach nur unternehmerisch handeln. Was mir
etwas schwer fällt, vor allem, wenn meine Kunden besonders sympathisch sind. Aber
Schaden ist Schaden und es muss der bezahlen, der ihn verursacht hat. Dem Kunden das zu
vermitteln, ist nicht gerade meine Stärke. Ich kümmere mich lieber um die schönen Dinge.
Aber auch das gehört dazu und an der Stelle darf ich noch einiges lernen.

Wer hat Dich unterstützt und was hat Dich motiviert?

Unterstützt hat mich mein Lebenspartner, der schon länger selbstständig ist und die
Herausforderungen wie Finanzamtsangelegenheiten und so weiter gut kennt. Er hat mich
auch beruhigt, als die ersten Buchungen nicht direkt 5 Minuten nach Onlineschalten der
Homepage eintrafen. Ich bin da leider etwas ungeduldig. Da hilft es schon, wenn jemand
einfach nur sagt „Wird schon, sei etwas geduldig“.
Motiviert haben mich dann die ersten Buchungen, die ersten Kundengespräche und die
positiven Feedbacks. Es ist großartig, wenn du merkst, dass du auf dem richtigen Weg bist
und genau die Kunden zu dir kommen, die du als deine Zielgruppe definiert hast.

Hat Dich etwas behindert oder blockiert?

Nein, im Grunde genommen gab es nichts, was mich wirklich blockiert oder behindert hat.
Zum Glück. Wahrscheinlich habe ich deswegen auch immer daran geglaubt, weil alles
relativ glatt durchlief. Dann bekommt man eben auch die Sicherheit, dass alles genau so
sein soll. Und darauf muss man ein wenig vertrauen.

Was war die größte Schwierigkeit?

Die größte Schwierigkeit hatten ich erst vor Kurzem, als ein Kunde Diesel in den
Frischwassertank gefüllt hat. Der Camper ist nicht mehr einsatzfähig und ich hatte einen
Anschlusskunden, dem ich absagen musste.

Wie hast Du die gemeistert?

Naja, da gibt es wenig zu meistern. Ich musste dem Folgekunden leider seinen Urlaub
stornieren, was natürlich für mich sehr unangenehm war. Gott sei Dank hatte ich Kunden,
die das gut aufgenommen und direkt nach einer anderen Urlaubsform gesucht haben.
Aber ärgerlich war es schon.

Was hat sich dann geändert und entscheidend verbessert?

Ich habe daraufhin für die kommende Saison weitere Hinweise, Aufkleber und Ähnliches
geplant. Auch ein zusätzliches Einweisungsvideo steht auf meiner ToDo-Liste, um solche
Fehler in Zukunft komplett zu vermeiden. Aber man lernt aus Fehlern und das gehört wie
in allen Lebensbereichen einfach dazu: Nicht ärgern, sondern weitermachen ist meine
Devise.

Was ist Dein bisher wichtigster Erfolg?

Es gibt keinen wichtigsten Erfolg, sondern viele kleine Erfolge, die mein erstes Jahr zu
einem wirklich spannenden, lehrreichen Jahr gemacht haben, in dem ich viel Spaß hatte,
auch mal ein paar kleine Tiefs und glücklicherweise hat sich am Ende der Erfolg
eingestellt.

Was hast Du daraus für die Zukunft gelernt?

Gelernt habe ich jede Menge. Aber das Wichtigste ist, man muss sich selbst treu bleiben,
an seine Ziele glauben, authentisch sein und das, was man tut, mit viel Leidenschaft und
Herzblut machen.

Wo soll es jetzt hingehen?

Die Saison ist fast zu Ende und wir verkaufen unsere Camper, um dann gleich in den
nächsten Tagen die neuen Camper für die neue Saison zu bestellen. Ich habe ein paar
Veränderungen, besser gesagt Vereinfachungen, in der Preisgestaltung vorgenommen und
möchte die Homepage www.camper-miete.com wieder ein bisschen aufpeppen und weiter
verbessern.

Danach fahren wir erst einmal selbst in den Urlaub. Ich habe so viele liebe Kunden in den
Urlaub verabschiedet und wieder empfangen und mir super schöne Urlaubsgeschichten
angehört, dass ich so richtiges Fernweh habe und jetzt selbst ein paar schöne, versteckte
Ecken Europas bereise. Natürlich mit unserem Camper Bertl, der schon in den Startlöchern
steht.

Foto: Aline Golly

Aline ist startklar

Und dann gehts im Februar wieder los. Neues Jahr, mehr Camper, viele neue Kunden,
hoffentlich ein paar Bestandskunden und vielleicht – aber das steht noch in den Sternen –
ein neuer Standort. Lasst Euch überraschen.

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Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

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