Permalink

0

Gründer erzählen: November

November_Foto-Michael Handelmann

Bestattungen goes online – die Gründer Robin Klemm und Christoph Basner haben mit ‚November‘ ein Geschäftsmodell entwickelt, das auch im Trauerfall eine Beratung und Betreuung aus der Ferne ermöglicht. Dabei geht es nicht weniger persönlich zu. Warum sie ‚November‘ gegründet haben, welche Aufgaben die Gründer zu meistern hatten und wie ‚November‘ angenommen wird, erfahren Sie in diesem Interview:

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, November zu gründen?

Die Idee für die Gründung ist im Jahr 2016 entstanden. Damals gab es zwei Todesfälle in Robin Klemms Familie, um die er sich kümmern musste. Die Organisation der Beisetzungen aus der Ferne war sehr mühsam. Daraus entstand die Idee, ein deutschlandweites hochwertiges Bestattungs- und Bestattungsvorsorgeangebot zu schaffen, das Kunden einfachen Zugang zu diesen Dienstleistungen über das Internet bietet, sie gleichzeitig telefonisch berät und sie empathisch bis zur Beisetzung begleitet und unterstützt.

Wann haben Sie gegründet?

2016 hat Robin Klemm die Gesellschaft Everlife GmbH gegründet, im Anschluss folgte die Produktentwicklung mit verschiedenen Tests zur Optimierung des Angebots vor dem Launch und der Aufbau des Partnernetzwerks. Die Marke November ist im April 2017 live gegangen.
Aufgrund des Erfolgs seit dem Start im April verstärkt Christoph Basner seit August die Geschäftsführung als 2. Geschäftsführender Gesellschafter.

Was war der entscheidende Impuls zu gründen?

Der eigentliche Impuls war die eigene Erfahrung mit der Schwierigkeit, eine Beerdigung aus der Ferne organisieren zu sollen. Gegründet hat Robin Klemm die Gesellschaft Everlife GmbH, nachdem er festgestellt hatte, dass er durchaus nicht allein mit diesem Problem war, die Produkttests erfolgreich waren und sich ein tragfähiges Partnernetzwerk aufstellen ließ.

Welche Herausforderungen mussten Sie meistern um zu gründen?

In unserem Fall waren Produkttests besonders kompliziert. Einerseits wollten wir ja einen echten Trauerfall mit unserer neuen Idee und unserem Produkt realistisch bewältigen. Andererseits ist uns nichts so wichtig wie die Privatsphäre und die Zufriedenheit unserer Kunden. Wir mussten von Anfang an sehr feinfühlig vorgehen und haben in den ersten Fällen besonders eng mit unseren ersten Partnerbestattern zusammengearbeitet.

Welche Schwächen mussten und müssen Sie überwinden?

Wir waren zum ersten Mal in unserem Leben auf einmal junge Unternehmer, vollständig verantwortlich für alles, was mit unserem Produkt, den Kunden, den Mitarbeitern und den Partnern zu tun hatte. Diese Verantwortung war an niemanden delegierbar. Das jeden Tag zu realisieren und zu leben, war am Anfang nicht leicht.

Wer hat Sie unterstützt und was hat Sie motiviert?

Unser gesamtes Umfeld war uns sehr wohlgesonnen, Familie, Freunde, das Partnernetzwerk und andere, bereits erfahrenere Gründer in Berlin haben uns viel Mut gemacht und mit ihren Tipps unterstützt. Motiviert hat uns jeden Tag das sehr positive Feedback unserer Kunden. Wir spürten deutlich: Wir haben die Chance, mit unserem Angebot Menschen in einer extrem schwierigen Situation, die oft von Überforderung geprägt ist, sehr zu helfen. Das ist bis heute so.

Hat Sie etwas behindert oder blockiert?

Wir waren selbst sehr ungeduldig und wollten noch schneller Erfolge sehen als es uns erfahrene Gründer rieten. Wer mit einem kleinen Team ein Unternehmen aufbaut, wird vor allem durch die eigene Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Hier fordern wir uns täglich aufs Neue heraus.

Was war die größte Schwierigkeit?

Schnell die besten Mitarbeiter zu finden, war das größte Problem. Der Arbeitsmarkt für die gesuchten Spezialisten ist recht leergefischt. Anfangs mussten wir uns von einzelnen Mitarbeitern relativ rasch wieder trennen.

Wie haben Sie die gemeistert?

Mit Geduld und mit dem Vertrauen in unseren guten Service, der sich herumsprach. Darüber hinaus achten wir auf eine sehr offene Kommunikation untereinander, holen kontinuierlich Feedback aller Kollegen ein und setzen gute Vorschläge zur Weiterentwicklung konsequent um. Neugier entstand und so wurden wir als Arbeitgeber attraktiver. Mehrere Kollegen haben bereits Freunde und ehemalige Arbeitskollegen zu November vermittelt.

Was hat sich dann geändert und entscheidend verbessert?

Unser erster grosser Erfolg nach dem Start war mit Sicherheit der Abschluss der ersten Bestattung. Die Familie war sehr zufrieden mit unserem Service. Auch dem Bestattungspartner vor Ort konnten wir die Vorteile unserer Herangehensweise zeigen. Das hat uns bestärkt.

Was ist Ihr bisher wichtigster Erfolg?

Eine wichtige Marke sind die mehr als 500 Beratungsgespräche, die wir mittlerweile geführt haben. Kunden, die mit uns ins Gespräch kommen, bauen in der Regel sehr schnell eine enge Bindung zu „Ihrem“ Kundenberater auf. Auch nach der Beisetzung erhalten wir häufig Nachrichten von Familien. Das freut und motiviert uns.

Was haben Sie daraus für die Zukunft gelernt?

Wir werden in unseren Kundengesprächen und bei unseren Recherchen sehr genau hinhören und aufpassen, dass wir die richtigen Trends und Wünsche aufnehmen, sobald sie sich entwickeln. Bestattungen sind sehr individuell, daher zählt am Ende das telefonische Beratungsgespräch – und wer sich da gut aufgehoben fühlt, bucht bei November, auch wenn es nicht das billigste Angebot ist. Wichtig ist, dass das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und der Preis transparent ist.
Unsere Beobachtung ist, dass die Generation, die heute einen Trauerfall hat, immer individueller beraten werden möchte. Die Menschen wollen oft ganz besondere Lösungen für das Ende des Lebens. Wir wollen der verlässliche Partner für dieses Lebensende sein.

Facebooktwittergoogle_plusmail


Haben Sie Fragen zu unserem Beratungsangebot?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 893 75 001 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Möchten Sie regelmäßig Wissen für Unternehmen erhalten?

Dann tragen Sie sich gern in unsere E-Mail-Newsletter-Liste ein.

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Gründer dabei, ihr Business bekannter zu werden. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


drei × fünf =

Holen Sie sich die Checkliste "PR in 5 Schritten"

Holen Sie sich die Checkliste "PR in 5 Schritten"

Abonnieren Sie den Newsletter für Gründer

 

Vielen Dank! Sie erhalten eine E-Mail zur Bestätigung.