Permalink

0

Gründerstory: amavido

„Kopf aus, Herz an“ – dafür steht amavido.de. Das italienisch-deutsche Geschwisterpaar Marie-Janet und Dominik Calzone hat die Online-Plattform für individuell maßgeschneiderte Italien-Reisen 2015 gegründet. amavido.de steht für amare & vita – lieben & leben. Mit Co-Gründerin Dr. Lucia Tomassini haben sie aktuell eine Crowdinvesting-Aktion bei Funder-Nation gestartet, die noch bis Ende 2018 läuft. Hier geht es zur Gründerstory von amavido im Interview mit Dominik Calzone:

Was macht amavido aus?

amavido.de ist die Verbindung einer modernen Online Plattform und dem persönlich beratenden, menschlichen Charakter eines Reisebüros. Wir kreieren individuelle und maßgeschneiderte Reiseangebote für Reiseinteressierte fernab des Massentourismus, verbunden mit authentischen Erlebnissen in unentdeckten Gegenden. Das ist der Kern des Unternehmens selbst. Für uns ist amavido aber viel mehr als nur das – für uns ist amavido ein Lebensstil.

Marie-Janet & Dominik Calzone, amavido.de, Foto: Matthias Neumann

Die Gründer Dominik & Marie-Janet Calzone, Foto: Matthias Neumann

Denn unser Leben wird immer schneller. Oft scheint es, als ob wir in unserem hektischen Alltag den Kontakt zu uns selbst verlieren. Immer mehr Menschen sehnen sich deshalb wieder mehr nach Authentizität und Sinnhaftigkeit. Auf der anderen Seite gibt es viele unentdeckte Gegenden, wo genau das zu finden ist. Wir von amavido kennen das Potenzial, das in diesen Gegenden nur darauf wartet, entdeckt zu werden. Wunderschöne Orte, in denen noch ein langsamerer Rhythmus und eine besondere Lebensart zu finden sind. Dahin wollen wir Reisende bringen, ihnen außergewöhnliche Aufenthalte und Inspiration für ihr alltägliches Leben geben und gleichzeitig einen kleinen Beitrag leisten, so dass diese wertvollen Gegenden revitalisiert und ihre interessante Kultur und Traditionen gelebt und bewahrt werden.

Um dies zu realisieren, haben wir vor kurzem eine Crowdinvesting Kampagne auf fundernation.eu gestartet. Hier habt Ihr die Möglichkeit, uns und unsere Vision zu unterstützen und gleichzeitig an dem Erfolg von amavido durch eine attraktive Rendite teilzuhaben.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, amavido zu gründen?

Mein Vater stammt aus einem kleinen italienischen Dorf in Kalabrien. Wir verbrachten dort unsere Sommerurlaube und genossen die Zeit immer sehr. Die Atmosphäre, der Lebensstil der Menschen, große Familienessen, das Meer und die Natur – alles war so reich und anders als unser Leben, das wir aus dem städtischen Umfeld gewohnt waren. Je älter wir jedoch wurden, desto mehr sahen wir auch die andere Seite, nämlich die Arbeitslosigkeit und der daraus resultierende Leerstand der Häuser. Es schien paradox: Auf der einen Seite Menschen, die sich nach genau dieser Atmosphäre solcher Gebiete sehnen, und auf der anderen Seite hingegen Menschen, die diese Gegenden verlassen. So entstand die Idee von amavido, die das enorme vorhandene Potenzial dort mit einem innovativen Konzept aktivieren und sichtbar machen will.

amavido.de, Foto: Matthias Neumann

Graniti, Sizilien – Foto: Matthias Neumann

Was möchtest Du mit Deinem Startup erreichen?

Wir glauben daran, individuelle und außergewöhnliche Reiseerfahrungen zu kreieren, indem wir das Unsichtbare sichtbar machen. Wir wollen überall auf der Welt unentdeckte und ungenutzte Potenziale finden und aktivieren und so gemeinsam einen besseren und menschlicheren Tourismus schaffen. Wir unterstützen mit amavido Menschen, die in kleinen Dörfern und ländlichen Gegenden wohnen, damit die dort vorhandenen Potenziale mehr entdeckt und stärker aktiviert werden. So geben wir ihnen die Möglichkeit, die Einzigartigkeit ihrer Kultur, Orte und Traditionen zu teilen und zu bewahren. Wir wollen sehen, wie die Welt sich näher kommt, indem wir eine Brücke zwischen Reisende und diesen besonderen, wertvollen Menschen und Orten errichten.

amavido.de, Foto: Matthias Neumann

Degustation, Foto: Matthias Neumann

Unser Ziel mit amavido ist es, eine globale Community zu schaffen, in der „Reisen und Gastgeben“ auf eine neu Art verstanden wird. Wir arbeiten bereits jetzt schon mit amavido Botschaftern überall in Italien zusammen, um immer neue Gastgeber und Aktivitäten zu finden und neue Ideen mit unseren Partnern zu entwickeln. Wir bauen ebenfalls einen Online Store auf, in dem unsere Gastgeber ihre eigens hergestellten lokalen Produkte verkaufen können, von Wein über Olivenöl, Pesto oder auch lokale Kunst und Handwerk. Außerdem starten wir den amavido Discovery Club. Hier bekommen ausgewählte Mitglieder exklusive Reiseangebote zu neuen amavido Gastgebern und entdecken mit uns gemeinsam unentdeckte Reisedestinationen. Falls Ihr gemeinsam mit uns das Unsichtbare sichtbar machen möchtet, schreibt uns gerne eine Email an info ( at ) amavido.de.

Was war der entscheidende Moment, an dem Du gesagt hast: Jetzt gründe ich?

Der Weg zur Gründung von amavido war nicht immer linear. Während meines Studiums habe ich mich auf das Filmemachen konzentriert und sogar ein Jahr in Italien Regie studiert sowie diverse Film- und Werbeprojekte realisiert. Nach dem Studium startete ich in die Welt des Films, doch merkte bald, dass mein Weg irgendwie anders sein sollte. In mir kam der Wunsch auf, etwas Eigenes schaffen zu wollen. Und so kam mir die Idee, eine eigene Produktionsfirma zu gründen, bei der man aber nicht nur Filmprojekte realisiert, sondern generell Ideen. Daraus entstand die fandujo GmbH (www.fandujo.de). Wir starteten mit diversen Projekten, wie beispielsweise einem italienischen Kunst & Film Festival (COFFI), und eben auch amavido. Die Idee zu amavido bestand zu dem Zeitpunkt bereits grob. Über einen gemeinsamen Freund lernten wir Lucia Tomassini kennen, unsere spätere Mitgründerin, und so legten wir los, konkret daran zu arbeiten und gründeten amavido Mitte 2015.

Welche Herausforderungen musstest Du meistern, um zu gründen?

Der legale Akt des Gründens an sich war keine wirkliche Herausforderung, abgesehen davon zu entscheiden, wie viele Anteile jeder Gründer am Unternehmen haben sollte. Nach einigen Überlegungen beschlossen wir, dass alle einen gleich großen Anteil erhalten sollten. Gegründet haben wir das Unternehmen zusammen mit insgesamt sieben Personen. Der Grund dafür war, dass wir gleich zu Beginn in allen Bereichen gut aufgestellt sein wollten. Wir merkten aber schnell, dass manche Bereiche erst später benötigt wurden und dass außerdem unterschiedlichste Erwartungen und Einstellungen aufeinanderprallten. So gingen wir unterschiedliche Wege und am Ende waren wir wieder zu dritt, der „harte Kern“ von amavido von Beginn an, Marie-Janet, Lucia und ich.

Welche Schwächen musstest und mußt Du überwinden?

Ich denke generell im Leben gibt es viele Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Ich weiß manchmal nicht, ob das immer nötig ist. Man kann sicherlich auch ein gutes Leben haben, ohne konstant an sich zu optimieren. Wenn man sich aber ein bestimmtes Ziel gesetzt hat, ist es sicherlich nötig, eigene Blockaden zu verstehen und aus dem Weg zu räumen. Was mich die letzten Monate und Jahre begleitet hat, sind diverse Themen, wie die Angst vor dem eigenen Scheitern zu überwinden bzw. davor, was die anderen über einen denken. Die Kunst, Niederlagen einstecken zu können, das Richtige für sich daraus zu lernen und wieder aufzustehen und weiterzumachen. Das bedeutet natürlich auch, dass man in den eigenen Ansichten und im Verhalten einen gesunden Optimismus beibehält, aber dennoch realistisch ist. Man muss sich letztendlich selbst wertschätzen, mit allen Fehlern und Qualitäten, um so fokussierter den gewählten Weg zu gehen. Diese Wertschätzung überträgt sich dann automatisch auch auf andere.

Hat Dich etwas bei der Gründung behindert oder blockiert?

Was oft blockierend wirken kann, ist das Thema Geld. Zu Beginn hat man meist kein Geld, um sich und andere zu bezahlen. Dieses Problem zieht sich oft lange hin. Ich habe mich beispielsweise lange Zeit über ein Programm des Jobcenters finanziert, das Gründern über die ersten Monate und Jahre unterstützt. Später haben wir einen Berater gefunden, Thomas Werner von future-steps, der uns bei der Vorbereitung zur ersten erfolgreichen Finanzierungsrunde unterstützt hat.

Was war die größte Schwierigkeit?

Für mich persönlich ist es, mit Misserfolg, der manchmal auch länger anhalten kann, umzugehen. Wie bei allem gibt es auch bei der Unternehmensgründung und -führung Stolpersteine sowie äußere und innere Kräfte, die einen im Glauben an das Projekt herausfordern können. Dabei immer wieder die Motivation aufrechtzuhalten, sich selbst und die andere zu motivieren, weiterzumachen, nochmal einen anderen Weg zu probieren, immer weiter zu optimieren, das ist für mich eines der spannendsten Themen auf dem Weg der Gründung.

Wie hast Du die gemeistert?

Für mich sind es Gespräche mit den Mitgründern, mit Freunden, meiner Partnerin und der Familie. Dann versuche ich immer wieder alles, vor allem das vermeintlich Negative, als Möglichkeit zu sehen, etwas Neues zu lernen. Manchmal auch durch den absoluten Fokus, alle Konzentration und Willenskraft auf ein Ziel zu lenken und alles dafür zu geben, egal was davor passiert war. Und am Ende ist es vielleicht die leise Erkenntnis, dass Glück nicht von außen kommt, sondern von innen. Das hört sich sehr nach einem Postkartenspruch an, hat aber für mich in den letzten Jahren eine tiefe Bedeutung gewonnen. Also der Versuch, sich nicht so sehr von den Dingen im Außen umherwirbeln zu lassen, sondern eher nach innen zu schauen und sich selbst und seiner inneren eigenen Wahrheit immer näherzukommen und so gut es geht danach zu leben.

Facebooktwittergoogle_plusmail


Haben Sie Fragen zum Beratungsangebot?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


2 + 7 =