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Lean Canvas – eine Alternative zum Businessplan

Lean Canvas

Ende August fand bei der Firma leanovate ein weiteres spannendes Seminar statt und zwar zum Thema „Lean Canvas“. Lean was? Der Initiator des Modells Ash Maurya argumentiert, dass Start-Ups sich auf das Lernen fokussieren müssen. Beim „Lean Canvas“ wird die gesamte Unternehmensidee übersichtlich auf einer A4-Seite dargestellt. Die Übersicht schaut man sich eher an, als einen 30-seitigen Businessplan und korrigiert sie immer wieder.

Ausgangssituation der Gründer

Jeder Gründer hat zuerst eine geniale Idee, von der er sehr überzeugt ist, dass sie funktionieren wird. Dann informiert er sich im Internet oder in Büchern, wie man am besten beginnen sollte. Der 1. Rat ist meist: Schreiben Sie einen Businessplan! Der Gründer legt los und schreibt und schreibt und schreibt. Manche schreiben Jahre an dem Schriftstück. Dann sind sie fertig, gehen raus und suchen ihre Kunden. Aber die gibt es gar nicht, denn niemand braucht das Produkt oder die Dienstleistung. Verdammt! Oder es gibt eine ganz andere Zielgruppe oder das Produkt hat nicht die gewünschten Eigenschaften oder oder oder. Der Gründer hätte besser mit einem Interview oder einem Prototypen den Bedarf testen sollen.

Inhalte des Lean Canvas Modells

Im Diagramm des Lean Canvas werden die wichtigsten Punkte für ein funktionierendes Geschäftsmodell übersichtlich zusammengefasst. Jedem steht es natürlich frei, ergänzend noch einen Businessplan zu schreiben, zumal der von Behörden und Banken eingefordert wird. Aber zurück zum Lean Canvas. Es empfiehlt sich, es in der folgenden Reihenfolge auszufüllen:

1.PROBLEM: Welches Problem löse ich da eigentlich? Und gibt es bereits alternative Lösungen?
2.CONSUMER SEGMENTS: Wer ist meine Zielgruppe?
3.UNIQUE VALUE PROPOSITION: Welchen einen Satz würde ein Kunde über mich weitererzählen?
4.SOLUTION: Welche Lösung biete ich an?
5.UNFAIR ADVANTAGE: Habe ich etwas Besonderes, das nicht so ohne weiteres kopiert werden kann?
6.CHANNELS: Über welche Kanäle erreiche ich meine Zielgruppe?
7.KEY METRICS: Wie kann ich meine Bekanntheit und Abschlüsse messen?
8.REVENUE STREAMS: Welche Möglichkeiten habe ich zum Geldverdienen?
9.COST STRUCTURE: Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Besonderheiten und Tipps

Wenn man das Lean Canvas vertikal in der Mitte teilt, steht auf der linken Seite alles zum Produkt bzw. der Dienstleistung und rechts alles über den Markt. Wer verschiedene Zielgruppen hat, kann auch verschiedene Lean Canvas Modelle anfertigen. Einige Punkte, die man einträgt, sind Tatsachen – andere Hypothesen. Das kann man im Lean Canvas mit Hilfe eines Ampelsystems kennzeichnen. Alles, was nicht sicher ist, erhält einen roten Punkt. Man kann diese Punkte im Internet recherchieren oder einfach rausgehen und potentielle Kunden selbst befragen!

Weiterführende Links
www.businessmodelgeneration.com
www.leanstack.com

Nutzen

Ganz klar ist hier die Einfachheit und Übersicht zu nennen. Ein Lean Canvas Modell ist relativ schnell ausgefüllt und man kann es sich in der Startphase jede Woche ansehen und gegebenenfalls korrigieren. Die Zusammenhänge sind sofort ersichtlich und man kann seine Bemühungen besser koordinieren. Inzwischen hat sogar der wichtige Businessplan-Wettbewerb Berlin-Brandenburg diese Rubrik aufgenommen.

startbox Gewinnspiel

Wir möchten gerne Eure Meinung dazu wissen. Was haltet Ihr von dem Lean Canvas Modell? Hätte Euch das damals geholfen oder seid Ihr froh, einen Businessplan geschrieben zu haben? Unter allen Kommentatoren verlosen wir bis zum 30.September 2013 eine gemeinsame Erstellung des Lean Canvas Modells zu Eurem Unternehmen!

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Autor: Andrea Rochlitz

Seit 2006 bin ich begeisterte Unternehmerin. Inzwischen habe ich über 100 Firmen zu ihrer Corporate Identity beraten. Was macht ein Unternehmen aus, welche Werte und Visionen stehen dahinter und wie können diese dem Kunden vermittelt werden? Diese Fragen möchte ich gerne gemeinsam mit dem Existenzgründer klären. Als sehr kreativer Mensch habe ich für meine Mandanten oft auch ungewöhnliche Ideen für das Marketing.

5 Kommentare

  1. Beide Modelle – sowohl Businessplan wie auch das Business Modell Canvas – haben Ihre Daseinsberechtigung. Wir von http://www.migrador.de gehen immer so vor, dass wir bei den Interessengruppen, diejenigen die Informationen über uns haben wollen, anfragen was und vor allem wie viel sie wissen wollen.
    Es gibt Situationen, da möchte die Gegenseite nur einen kurzen Überblick zu unserer Gründung haben. Hier bietet sich die beschriebene Lean Canvas Methode perfekt an. Ohne viel Schnörkel und Zahlenmaterial kann schnell zum Punkt gekommen werden.
    Auf der anderen Seite gibt es Anlässe, wo eine ausführliche, detaillierte und fundamentierte Darlegung des Geschäftsmodells sehr sinnvoll ist. Vor allem in den Bereichen Marktanalyse und -potential, Konkurrenzsituation und Finanzplanung ist eine Seite viel zu wenig um komplexe Gedankengänge zu präsentieren. Ob nun zehn, 20 oder gar 40 Seiten notwendig sind, ergibt sich aus den Vorgaben des Interessenten oder schon manchmal aus den Nachfragen zum Geschäftsmodell.
    Ideal ist das Business Model Canvas auf jeden Fall in der Entwicklung von der Idee zum Geschäftsmodell oder bei grundlegenden Strategieanpassungen. Hier können Gedanken sehr schnell zu Papier gebracht werden und in ihren Bestandteilen analysiert werden.

    • Vielen Dank Mike für deine Einschätzung. Sicherlich kann es manchmal erforderlich sein, noch mehr in die Tiefe zu gehen. Aber für einen Überblick und natürlich bei der Entwicklung von Ideen ist es sehr praktisch. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass viele unserer Gründer sich monatelang mit dem Schreiben des Businessplans „aufhalten“ und dann in der Praxis alles anders gekommen ist bzw. sie sich den Plan nie wieder ansehen. Auch wenn du schon ein Lean Canvas zu Migrador hast, nimmst du an unserer Verlosung teil… manchmal findet sich doch noch eine Ergänzung.

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