Permalink

0

Märchenhaft: Wie gute Vorsätze wahr werden.

Cornelia Fleischer

Mit schnellen Schritten geht das Jahr 2012 zu Ende. Alle sind in vorweihnachtlicher Hektik und wollen noch schnell Dinge geregelt kriegen. Wenn das nicht klappt, machen wir uns gute Vorsätze für das neue Jahr. Denn da soll alles besser werden. Bis wir dann Ende 2013 merken, na ja, hat dann doch nicht so funktioniert…Wie es im neuen Jahr anders laufen kann, erfahrt Ihr in unserem weihnachtlich-märchenhaften Interview mit Cornelia Fleischer von co-fly coaching. Sie begleitet Menschen professionell in solchen Situationen und hat uns verraten, wie aus guten Vorsätzen echte Taten werden. Einigen wird der heldenhafte Teil des Interviews bekannt vorkommen. Denn dazu gab es bei uns eine Blogparade in diesem Jahr.

Viele gute Vorsätze werden im Laufe des Jahres fallen gelassen. Wie kommt es dazu?

Das ist im Grunde einfach zu verstehen. Ein Vorsatz ist, wie das Wort schon sagt, eine Vorstufe des Handelns. Er ist wie ein Anlauf auf eine Hürde und sagt nichts darüber aus, ob man sein Ziel erreicht.
Wie kann denn aus einem Vorsatz etwas Produktives erwachsen?
Ein Vorsatz kann ein erster Ansatz sein, auf ein Problem zu reagieren, obwohl sich dadurch selbst noch nichts ändert. Zu einem Vorsatz gehört es, dass man sich kritisch mit dem Ziel auseinandersetzt und prüft, ob sich der Aufwand wirklich lohnt. Häufig kommt es vor, dass Vorsätze schon diese Phase nicht überleben.
Gelingt es aber, sich auf den Weg zu machen, dann ist schon viel gewonnen. Denn selbst wenn das ursprüngliche Ziel nicht erreicht wird, muss das noch keine Niederlage sein. Im Gegenteil: Versuch, Irrtum und Frust sind wesentliche Bestandteile der Veränderungsarbeit. Gerade die klassischen Vorsätze wie Gewichtsreduzierung oder die Vermeidung von Zigaretten und Alkohol berühren oft persönliche und auch schmerzhafte Themen. Wenn man etwas verändern will, ist es wichtig, sich zur Veränderung zu bekennen und in Kauf zu nehmen, dass dieser Prozess mit unvorhersehbaren Hindernissen verbunden ist. Man sollte bereit sein, eine selbstgewählte Prüfung zu bestehen, deren Ergebnis nicht von vornherein feststeht.

Woran erkennt man einen gut gewählten Vorsatz?

Wenn die Motivation stimmt. Ein Vorsatz muss mit den eigenen Werten übereinstimmen und sollte für einen selbst wichtig sein. Wer anderen zuliebe mit dem Rauchen aufhören will, obwohl ihm selbst die Freiheit zu rauchen wichtiger ist, der wird nur mäßig motiviert sein.
Um die eigene Motivation zu überprüfen ist es hilfreich sich zu fragen „Wie wichtig ist mir mein Ziel und was bin ich bereit dafür einzusetzen?“ Nicht alle Dinge, die man sich wünscht, sind wichtig genug, um sich dafür zu engagieren. Wenn diese Frage nicht klar beantwortet werden kann, dann reichen die Beweggründe meistens nicht aus, um sich auf den Weg zu machen, geschweige denn um Prüfungen auf sich zu nehmen.
Das Klären der eigenen Beweggründe spielt auch in Heldengeschichten eine wichtige Rolle. Egal, ob im Kino oder in der Literatur, der Held einer Story kommt immer an einen Punkt, an dem er sich für oder gegen die Herausforderung entscheiden muss. Überschreitet er diese Schwelle zur Veränderung, gibt es kein Zurück mehr – und an diesem Punkt klärt sich auch, ob er wirklich bereit und motiviert ist.

Inwiefern haben Geschichten etwas mit Veränderung zu tun?
Und warum kann man sich aus ihnen etwas abschauen?

Seit Anbeginn der Menschheit erzählen sich Menschen Geschichten und geben auf diese Weise Erkenntnisse und Erfahrungen weiter, die ihnen geholfen haben, die Abenteuer des Lebens erfolgreich zu meistern. Die Auseinandersetzung mit Veränderung gehört zu den zentralen menschlichen Problemen, weil jeder Mensch sich einerseits entwickeln und andererseits sicher sein will. Daher geht es auch in jeder Geschichte um Veränderung, und allen Erzählungen liegt ein archetypisches Muster zugrunde, das seit Jahrtausenden weitergegeben wird. Dieses Muster wurde durch den Kulturethnologen Joseph Campbell unter dem Namen „Heldenreise“ bekannt und kann für jeden Menschen, der etwas verändern will, eine Orientierungshilfe sein. Es stellt gewissermaßen einen Leitfaden für Veränderungen dar.

Wie kann man sich dieses Grundmuster vorstellen?

Das Modell lässt sich kurz skizzieren: Zu Beginn einer Story befindet sich der Held in einer Alltagswelt, die aus den Fugen geraten ist. Er wird mit einem Ereignis (dem Ruf) konfrontiert, das ihn zum Aufbruch in Richtung Veränderung drängt, verweigert sich jedoch zunächst. Erst nach langer Überwindung und oft auch durch Unterstützung eines Mentors nimmt er seinen Mut zusammen und stellt sich der Herausforderung. Er hat damit die Schwelle zur Abenteuerwelt überschritten und vor ihm liegt ein Weg voller Prüfungen. Diese bringen den Helden meist in existentielle Lebens- und Sinnkrisen, die er zu meistern hat. Nach der letzten großen Prüfung, die oft für die größte Angst des Helden steht, wird er für seine Mühen belohnt und kehrt bereichert in seine Alltagswelt zurück. Dort hat er die Aufgabe, die gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag zu integrieren und für die Nachhaltigkeit der Veränderung zu sorgen.

Das klingt für manche Menschen sicher abstrakt und einschüchternd.

Das liegt daran, dass man Veränderungen im eigenen Leben selten nach diesem Schema betrachtet. Wenn man genau hinsieht, wird man jedoch feststellen, dass der Zyklus der Heldenreise genau das beschreibt, was man selbst schon in einer Vielzahl von Situationen erlebt hat – egal ob bei einem Umzug, einer Trennung oder in der Studienzeit. Der Held steht im Sinne der Heldenreise nicht für Status oder übernatürliche Begabung, sondern für die Bereitschaft, sich selbst zu verändern und Herausforderungen anzunehmen.
Einschüchternd wirkt die Heldenreise nur dann, wenn man davon ausgeht, dass Veränderungen mühelos und leicht sein sollten. Genau diese Einstellung ist oft der Grund dafür, dass das der Versuch, eine größere Veränderung zu bewirken, abgebrochen wird. Wer nicht auf Herausforderungen vorbereitet ist, dem muss der Weg der Prüfungen wie ein Holzweg vorkommen. Wenn man jedoch erst einmal akzeptiert hat, dass Veränderungen einen an die eigenen Grenzen bringen, dann ist diese Erkenntnis gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil, es gelingt dadurch besser, dass vorübergehende Chaos, das durch die Umbruchphase entsteht, gelassen zu nehmen. Auch Ängste verlieren durch die Gewissheit, dass man sie überwinden kann, ihre Bedrohlichkeit.

Im Rahmen Deiner Tätigkeit als Coach bietest Du das Seminar „Mut zur Veränderung!“ an, in dem die eigene Heldenreise im Mittelpunkt steht. Für wen ist dieses Seminar geeignet und worin besteht der Nutzen?

Das Seminar „Mut zur Veränderung!“ richtet sich an alle, die in ihrem Leben etwas bewegen und in die Praxis umsetzen wollen. Was man dazu zunächst braucht ist eine neue Perspektive auf das eigene Problem und die eigenen Fähigkeiten. Im Seminar wird man sich seiner eigenen Heldenbiographie bewusst und kann daraus neues Vertrauen in die eigene Veränderungsfähigkeit schöpfen. Diese besteht vor allem aus dem Vertrauen in die eigene Intuition und Belastbarkeit, die Bereitschaft, sich auf Risiken einzulassen und das Vermögen, sich von anderen abzugrenzen. All diese Fähigkeiten sind im Menschen von Natur aus angelegt.

Aktueller Seminartermin

Im Seminar gehen wir an selbstgewählten Beispielen durch alle Phasen eines Veränderungsprozesses. Die Angst vor zukünftigen Hindernissen wird dadurch kleiner und der Umgang mit ihnen spielerischer. Der Workshop dient gleichermaßen als Inspiration und als Starthilfe zur Umsetzung der eigenen Vorsätze, Ziele und Visionen.
Der nächste Termin ist der 2. Februar 2013 von 10-17h. Die Teilnehmerzahl ist auf sechs Leute begrenzt.

Facebooktwittergoogle_plusmail


Haben Sie Fragen zu unserem Beratungsangebot?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 893 75 001 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Möchten Sie regelmäßig Wissen für Unternehmen erhalten?

Dann tragen Sie sich gern in unsere E-Mail-Newsletter-Liste ein.

Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


zwölf − 7 =

Abonnieren Sie meinen Newsletter

Abonnieren Sie meinen Newsletter

Einmal im Monat erhalten Sie Informationen für Existenzgründer.

Vielen Dank! Sie erhalten eine E-Mail zur Bestätigung.