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Markenaufbau mit Social Media bei beliya

beliya Gründerinnen

Im September 2012 gingen die beiden Hamburgerinnen Annika Busse und Andrea Victoria Noelle mit ihrem Taschenlabel beliya an den Start. Das Geschäftsmodell ist nachhaltig und umfasst gleichzeitig einen guten Zweck nach dem Motto:

Schöne Taschen, die Gutes tun

Die Designer-Handtaschen und Accessoires werden aus Upcycling-Material in der EU gefertigt. Bei jedem Kauf fließt die Hälfte der Erlöse an Schulkinder in Namibia, Tansania und Burundi. Jede Käuferin sieht durch einen kleinen Anhänger an der Tasche, welches Kind und was sie genau unterstützt: ein Schulessen, die Schulgebühren, die Schulbücher usw.

Die beiden Gründerinnen hatten beim Start kein Marketing-Budget zur Verfügung und setzten deshalb vor allem auf Social-Media-Maßnahmen. Wie sie dabei vorgegangen sind, wird in diesem Blog-Beitrag skizziert. Außerdem haben wir Annika Busse gefragt, wie sie den Wert von Social-Media-Maßnahmen für heutige Startups einschätzt.

beliya bei Facebook

Entgegen dem üblichen Vorgehen vieler Unternehmen, mal einfach eine Seite bei Facebook aufzusetzen, sind die beliya-Gründerinnen bei ihrem Start von Social-Media-Maßnahmen strategisch vorgegangen. Annika Busse hat das auch in dem Buch „Wir machen dieses Social Media“ beschrieben.

Analyse zuerst

Am Anfang haben sie sich genau ihren Markt angesehen: Wen wollen wir erreichen? Bei Handtaschen liegt das auf der Hand: Es sind vor allem mode-affine Frauen ab 20 Jahren. Außerdem sollten sie regelmäßig online einkaufen und gegenüber sozialen Themen aufgeschlossen sein. Per SurveyMonkey haben sie 100 Frauen aus ihrer Zielgruppe online befragt sowie 10 Frauen direkt in einer Diskussionsrunde, um herauszubekommen, wo sie sich online informieren und welche Themen sie interessieren. Schnell wurde dabei klar, dass Facebook der geeignete Kanal für beliya ist, um ihre Zielgruppe zu erreichen.

Dann die Strategie

Dementsprechend wählten sie Facebook als Kanal aus, um ihre Community aufzubauen. Sie planten damit eine so hohe Aufmerksamkeit zu erreichen, dass sie bis Weihnachten 2012 50 Prozent der 1. Kollektion verkaufen würden. Die Fan-Basis bauten sie zuerst durch Freunde, Bekannte, Familie und Kollegen auf. Sie schrieben 2-3 Posts pro Woche und das möglichst kurz und knackig. Als Themen wählten sie ihre Produkte sowie Modethemen, Stylings und natürlich Ergebnisse aus den Charity-Aktivitäten.

Im zweiten Schritt folgte gleich das eigene Blog – ein kluger Schachzug, denn nur so verwaltet man zu 100 Prozent die eigenen Inhalte und kann eine direkte Kundenbindung aufbauen. Durch die Auswahl an unterschiedlichen Themen ist die Verweildauer der Nutzer auf einem Blog höher als auf einer normalen Unterseite der Webseite.

Ein weiterer wichtiger Schritt war ein gut vorbereitetes und sorgfältig durchgeführtes Event mit ausgewählten Mode-Bloggerinnen.

Für Ende 2012 produzierten die beliya-Gründerinnen noch einen Video-Weihnachtsgruß für ihren YouTube-Kanal, setzten einen Newsletter auf und legten eine Seite bei Google+ an, um die Sichtbarkeit in der Suchmaschine zu verbessern. Der wichtigste Kanal bleibt jedoch die Facebook-Seite und ist es mit über 4000 Fans sicher heute noch.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen

Die Gründerinnen von beliya erreichten ihr selbst gestecktes Ziel und schafften so gleichzeitig einen gelungenen Markenaufbau für ihr Startup – und das alles mit einem verhältnismäßig geringen finanziellem Aufwand.

Seitdem Facebook jedoch seinen Algorithmus Ende 2013 verändert hat, bekommen Fans kaum noch aktuelle Posts in ihrer Timeline angezeigt. Eine Studie zeigte sogar, dass Seiten mit vielen Fans deutlich weniger für ihre Fans sichtbar waren.

  • Lohnt sich da ein Engagement auf Facebook für Startups noch?
  • Wie sollte man vorgehen oder gibt es inzwischen empfehlenswertere Strategien?

Lest hier das Interview mit Annika Busse:

Ihr habt 2012 auf Facebook gesetzt, um beliya bekannt zu machen. Würdet Ihr das heute ebenso tun?

Wir würden auf jeden Fall wieder auf Facebook setzen, wobei es durch die Algorithmus Änderungen, die Facebook vorgenommen hat, schwieriger geworden ist ohne „Sponsored Posts“ eine Community aufzubauen.
Für den Anfang, wenn man kein großes Budget für Werbekampagnen o.ä. zur Verfügung hat, ist Facebook auf jeden Fall sehr hilfreich. Facebook kann für ein Start-up Unternehmen ein großer Erfolg werden, wenn man richtig damit umgeht und die Facebook-Seite pflegt bzw. mit kurzen, gut durchdachten Posts „füttert“.

Was ist für beliya am wichtigsten: das Blog, der Newsletter oder die Community bei Facebook?

Wir glauben, dass die Community bei Facebook einen sehr großen Einfluss auf Start-ups wie uns hat. 2-3 Mal die Woche posten wir nach wie vor bei Facebook Infos rund um beliya. Durch unsere Fans, die unsere Posts teilen oder denen diese gefallen, werden neue Kunden auf uns aufmerksam. Diese Neuigkeiten veröffentlichen wir ausführlicher in unserem Blog und/oder im Newsletter. Geschichten aus dem Blog werden dann auch in Facebook beworben bzw. verlängert. Der Newsletter gibt derzeit einmal im Monat einen Überblick über alle Neuigkeiten, Angebote, etc. So hat jeder dieser Kanäle seinen Nutzen und spielt eine wichtige Rolle.

Welche anderen Social Media Kanäle schätzt Ihr als wichtig ein?

Besonders wichtig für uns als Charity Fashion Label sind Fashion-Blogs. Modebegeisterte im Netz kann man durch diese Bloggerinnen gut erreichen. Bereits zwei Monate nach dem Start von beliya veranstalteten wir unser erstes Fashion Blogger Event. Mitte des Jahres starteten wir dann erneut einen Blogger Contest, eine sogenannte Blogparade „Bloggers4Charity“.

Mit Unterstützung unserer Partner, den Onlineshops ABOUTYOU und myClassico sowie der Zeitschrift Grazia, riefen wir die Blogger im Rahmen unserer GOOD COUTURE Kampagne dazu auf, unsere neueste BELIEVE Tasche in einem Outfit-Post zu kombinieren. Für die Blogger gab es tolle Preise zu gewinnen. So profitieren sie und wir von dem Wettbewerb.

Wir pflegen engen Kontakt mit einigen Bloggern wie z.B. Paulina von „dressydiary“ oder Laura von „C’est Lali“. Neben unseren Blogger-Aktionen gehen wir gerne Kooperationen mit ihnen ein. „C’est Lali“ hat beispielsweise ein tolles Video über uns gedreht und zur Verfügung gestellt.

Instagram und Pinterest finden wir auch für die Fashion-Community sehr wichtig. Zurzeit sind wir dabei zu analysieren, wie wir dort am besten eine Präsenz aufbauen könnten. Weitere Kanäle, mit denen wir arbeiten sind youtube, twitter und google+.

Welche Tipps habt Ihr für Startups, die mit Social Media loslegen wollen?

Man sollte auf jeden Fall gut überlegen, welche Social Media Kanäle für die eigene Zielgruppe relevant sind, einen guten Plan und die Ressourcen haben. Wenn die eigenen Fans nicht ständig auf dem Laufenden gehalten oder mit News versorgt werden, verlieren viele schnell das Interesse. Ein langfristiger Erfolg kann nur erzielt werden, wenn man eine Beziehung auf Augenhöhe aufbaut. Das heißt auch zeitnah in den Dialog treten und die Wünsche der Community ernst zu nehmen.

Wir danken für das Gespräch und wünschen Euch weiterhin viel Erfolg!


Haben Sie Fragen zum Beratungsangebot?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

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