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Mehr Zeit im Alltag – Interview mit der Gründerin

(c) Foto: Helen Nicolai

Sandrine Cartier-Millon hat im Oktober 2014
„Créateur de temps. Mehr Zeit im Alltag“ gegründet.

Ich habe Sandrine bei den Mompreneurs getroffen, einem Netzwerk, bei dem Gründerinnen versuchen, ihren Alltag mit Familie und Business zu kombinieren.

Sandrine ruhte da wie der Fels in der Brandung. Und wer wünscht sich das nicht, mehr Zeit zu haben? Deshalb habe ich Sandrine gefragt, warum sie Zeitretterin geworden ist und wie sie ihren Klienten helfen kann.

Wie bist Du auf das Thema Zeit gekommen?

In meinem Philosophie-Studium habe ich mich viel mit Martin Heidegger und seinem Werk „Sein und Zeit“ beschäftigt. Martin Heidegger denkt, dass wir uns in unserem Alltag verlieren und vergessen, was die Bedeutung unseres Seins, unser Wesen ist. Nur in der Zeit, in dem Bewusstsein unserer Endlichkeit, wird uns unser Sein deutlich erkennbar.

Zeit ist notwendig um glücklich zu sein
Ich fand diese Idee faszinierend. Ich habe mich weiter mit dieser Idee beschäftigt. Anhand meiner Beobachtung und Gedanken habe ich diese Idee an unsere heutige Gesellschaft angepasst. Zeit ist notwendig, um zu wissen wer man ist, was man von dem Leben erwartet, das heißt, um glücklich zu sein.

Mehr Zeit für sich
In unserer Gesellschaft sind wir dennoch so stark in unserem Alltag involviert, dass wir oft vergessen Zeit für uns selbst einzuplanen. Mein Ziel ist es, meinen Kunden das zu ermöglichen: Zeit für sich selbst zu haben.

Wer sind Deine Klienten?

Meine Klienten sind Personen, die ein Problem mit der Zeit haben und die etwas verändern wollen. Es sind Menschen, die sich mehr Zeit wünschen, die ihr Leben neu organisieren möchten oder nur eine Unterstützung bei ihrem Zeitmanagement benötigen. Meine Klienten sind auch Firmen, die mein Angebot für ihre Mitarbeiter in der Form von einer Zusatzleistung buchen.

Wie kannst Du Deinen Klienten helfen?

Mein Angebot ist immer individuell an meinen Klient angepasst. Dennoch gibt es oft zwei Ebenen, in denen ich agieren kann: das Überleben und das Leben.

Das Überleben
Nach einem ersten Treffen konzentriere ich mich auf das Überleben oder die Organisation des Alltags. Ich analysiere und suche, was man noch delegieren oder anders organisieren kann, um „Freizeit“ zu schaffen.

Wenn mein Klient es wünscht, übernehme ich selbst das Organisieren und das Delegieren. Zum Beispiel: Gibt es schon eine Lösung für die Lebensmittel-Einkäufe?

Das Leben
In einer zweiten Phase konzentriere ich mich auf das Leben meiner Klienten.

  • Was wünscht sich mein Klient?
  • Was würde er gern unternehmen, hat aber keine Zeit, um das zu planen?

In dieser Phase versuche ich, das Wohlbefinden meines Klienten zu verbessern, indem ich ihm helfe, Wünsche zu realisieren. Zum Beispiel kann es sein, dass mein Klient einmal im Monat einen Abend für sich allein genießen möchte. Ich plane diesen Abend nach den Vorstellungen meines Klienten mit allem, was dazu gehört: Babysitter, Taxi, Reservierung, Ticket…

Es ist meine Lieblingsphase, weil mein Klient glücklicher wird und ich mich ein bisschen wie eine Fee fühle.

Welche Tipps hast Du für mehr Zeit im Alltag?

  • Alles delegieren was delegierbar ist,
  • Sich vom Alltag befreien, zum Beispiel Fernsehen entspannt nicht, wenn man nur konsumiert.
  • Routine und Gewohnheiten hinterfragen: was ist nötig und was nicht?
  • Einfach akzeptieren, dass man ein Mensch ist und kein Superheld:
    Man muss seine Grenzen erkennen und akzeptieren.

  • Prioritäten setzen.
    Zeit für sich zu haben ist eine Priorität.

Womit haben es die Berliner verdient, dass Du
gerade ihnen mehr Zeit verschaffen willst?

Friedrich Nietzsche ist der Grund, weshalb ich nach Deutschland kam. Ich wollte unbedingt die Werke von Nietzsche auf Deutsch lesen und entschied mich deshalb für ein Auslandsstudienjahr in Deutschland.

Von Tübingen nach Berlin
Zuerst kam ich dann nach Tübingen und nicht nach Berlin. Nach einem Jahr wollte ich nicht zurück in mein französisches Leben und blieb dort. Ich fühle mich in Deutschland sehr wohl. Ich mag die ehrliche und direkte Art der Deutschen. Und ich fand hier ein selbstkritisches Volk, was man von den Franzosen, meiner Meinung nach, nicht gerade sagen kann. Nach einem dritten Jahr in Tübingen fand ich die Stadt zu klein und zu unreal. Dann dachte ich, ich gehe nach Berlin. Ich kam beim ersten Mal für eine Woche nach Berlin um eine Wohnung zu suchen, fand eine und lebe heute noch immer darin.

Berlin ist eine neugierige Metropole
Ich liebe Berlin und die Berliner. Es ist eine sehr tolerante und offene Stadt. Ich mag die Demut hier. Es ist eine Stadt, die so viel erlebt hat und immer noch da ist. Es gibt viele Probleme in Berlin, aber das Leben geht hier immer weiter. Es gibt kein Hysterie bei Streiks oder einer wirtschaftlichen Krise, weil wir genau wissen: Berlin wird das schon überstehen. Und das gibt mir ein großes Gefühl von Sicherheit. Ich kann mir gerade keinen anderen Wohnort vorstellen. Und ich glaube, Berlin ist die perfekt Stadt für „Createur de temps“, da es ein neugierige Metropole ist.
 
 
 

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Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

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