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Pop-up Store für ’s Online-Business?

MIke Zieseler

Ist es sinnvoll, als Onlinehändler auch einmal unter die stationären Läden gehen? Wie auch Startups und Gründer einen solchen Multi-Channel-Approach testen können, erklärt der Jungunternehmer des virtuellen Reisebüros migrador Mike Zieseler in diesem Gastbeitrag.

Das Internet als Chance für Nischenprodukte

Das Internet ist für Nischenprodukte genau der richtige „Ort“. Wie beispielsweise Chris Anderson in „The Long Tail“ beschreibt, sind die Lager- und Variationsmöglichkeiten online quasi unendlich und unter geringeren Kosten möglich. Im Gegensatz zum stationären Geschäft spielt es online keine Rolle, ob ein Artikel oder eine Dienstleistung einmal pro Woche oder pro Jahr abgerufen oder bestellt wird.

Kunden wollen persönlichen Kontakt

So weit so gut mit der Theorie. Manchmal ist es jedoch einfach so, dass bestimmte Produkte oder Dienstleistungen bei manchen Kundengruppen entweder ausprobiert werden wollen oder ein menschlicher Ansprechpartner gesucht wird. Selbst in Zeiten vom kostenlosen Rückversand oder der Beratung per Skype ist das Bedürfnis ungebrochen.

Feedback vom Kunden ist wichtig

Was mache ich hier also als überzeugter Onlinehändler? Kundensegmente vernachlässigen und lieber in den Offline- vs. Online-Glaubenskrieg ziehen?
Ich bin davon definitiv nicht überzeugt. Das wichtigste Feedback kommt immer von Kundenseite. Warum also nicht einmal die gewohnte Komfortzone verlassen und als Online-Shop eine Ladeneinheit eröffnen?

Laden in bester Lage

Jedoch stehe ich hier als Startup vor einem riesigen Problem. Bei Ladeneinheiten kommt es auf drei fundamentale Faktoren an: Lage, Lage und Lage. Ist die Traumlage endlich gefunden, möchten Vermieter langfristige Mietverträge von in der Regel 10 Jahren. Puh, das sind für Gründer wie mich Zeiträume, die der aktuelle Businessplan nicht vorsieht. Wie wäre es also mit einer kurzen testweisen Nutzung von kleinen Ladeneinheiten gemäß dem Motto des ‚rapid prototyping‘- ausprobieren und schnell anpassen?

Der Testballon dazu heißt Pop-up-Stores.

Pop-up-Store? Was ist das schon wieder?
Bei Pop-ups denken viele Leser sicherlich an die aufspringenden und nervtötenden Werbefenster im Browser. Die Assoziation ist zwar nicht die beste, aber die Analogie umso besser. Ein Ladengeschäft macht nur für wenige Tage oder Wochen auf und verschwindet dann wieder. Möchte ich also mit migrador ein Reisebüro vor Ort eröffnen, steht im Vordergrund die limitierte Zeit des Betriebs oder das Testen neuer Reiseprodukte.

Pop-up-Store in Traumlage?

Habe ich nicht oben von Mietverträgen mit durchschnittlich 10 Jahren erzählt? Viele Vermieter stehen vor dem Problem, Flächen komplett und dauerhaft zu vermieten. Startups bieten hier den Vorteil der schnellen und flexiblen Reaktionsfähigkeit und werten durch ihre Anwesenheit die Attraktivität der Immobilie auf. Also einfach mit den Immobilienunternehmer Eurer Traumlage ins Gespräch kommen und fragen, wo und wann Leerflächen ‚drohen‘. Für Online-Shops ist beispielsweise so etwas wie ein Werksverkauf denkbar.

Vorteile für Vermieter

Denn eines sollte auch vom Vermieter nicht übersehen werden: Rennen mir die Kunden das Reisebüro ein und der stationäre Anteil am Umsatz hat plötzlich mehrstellige Prozente, bin ich natürlich bereit, auch über langfristige Mietverträge und vielleicht sogar größere Flächen nachzudenken.

Das Mauerblümchen der Immobilienbranche

Das Thema Pop-up-Stores ist noch so etwas wie das Mauerblümchen der Immobilienbranche. Viele Vermieter kennen entweder das Konzept noch nicht oder sehen noch keinen Vorteil einer Kurzzeitmiete. Wir als Gründer und Startups sind es glücklicherweise gewohnt, ständig und überall mit brennender Leidenschaft von unseren Ideen zu reden. Also wird auch diese Überzeugungsarbeit machbar sein.

Versicherung nicht vergessen.

In Hinblick auf die Versicherung von Kunden sollte auch nicht das Gespräch mit dem eigenen Versicherungsunternehmen des Vertrauens im Vorfeld vergessen werden. Nichts kann dem Traum eines Kurzzeit-Reisebüros so verderben, wie ein Reisekatalog der auf den Füssen eines Kunden landet oder ein verschütteter Kaffee beim Beratungsgespräch.
Derzeit plant migrador zwei neue Pop-up-Stores im Osten Brandenburgs. Die Vorgespräche laufen noch.


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Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

2 Kommentare

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