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Revolution im Bio-Online-Handel mit damado

Mareike Kriesten

Mehr allergiearme Lebensmittel sind gefragt

Immer mehr Menschen sind auf allergiearme Ernährung angewiesen. Wer sich glutenfrei ernähren muss oder vegan leben möchte, hat in Deutschland vor allem in ländlichen Regionen oft noch Schwierigkeiten, geeignete Lebensmittel zu finden. Das hat auch Mareike Kriesten, die Gründerin von damado.de zu spüren bekommen, die selbst eine Unverträglichkeit gegen Milch hat. Update 2019: Damado gibt es so leider nicht mehr. Lest trotzdem die Gründerstory:

„Wir waren zu Besuch bei Freunden im Sauerland und brauchten für ein Rezept Mandelmus. Nirgendwo gab es das zu kaufen. So ist die Idee entstanden, alle Biohändler – Versandhändler, Bioläden und Lieferdienste – auf einer Website zu vereinen, um das Angebot in ländlichen Gegenden zu erweitern und einfacher zugänglich zu machen.“

Am 1. September 2014 ist Mareike Kriesten mit damado.de, dem Online-Marktplatz für Bio-Lebensmittel und Naturkosmetik, gestartet. Ständig kommen neue Händler aus ganz Deutschland hinzu. Sie erhalten eine kostenfreie Shopseite auf damado.de und ihre Produkte sind über einen sehr feinen Allergiefilter recherchierbar. Der Online-Marktplatz übernimmt für die Händler das Online-Marketing und bietet den Kunden alle gängigen Zahlungsmöglichkeiten an. Sie wählen die gewünschten Waren von verschiedenen Händlern aus und zahlen nur ein Mal. 9,9 % vom Verkaufswert gehen an damado. „Damit liegen wir deutlich unter dem Satz von Amazon.“, sagt die Gründerin.

Amazon als Zwischenlösung für die Bio-Branche?

Viele regionale Händler versuchen den Vertrieb ihrer Naturkostmarken über Amazon abzuwickeln, denn viele Konsumenten sind dort unterwegs. Doch ist der Internetriese umstritten, weil der Umgang mit Mitarbeitern, ihre Entlohnung und die Nutzung von Steuerschlupflöchern nicht den ethischen Ansprüchen in der Branche entspricht. Aufgerüttelt wurde sie von dem Versuch des Internetriesen, ebenfalls in das Versandgeschäft mit frischen Lebensmitteln einzusteigen.

Denn es gibt gute Aussichten für den Online-Handel mit Lebensmitteln. Die Beratungsgesellschaft Ernst&Young hat Anfang 2014 in einer Studie dem Online-Umsatz mit Lebensmitteln gute Margen prognostiziert: Bis 2020 soll der auf 20 Milliarden Euro steigen. Das entspricht einer Steigerung von jetzt 0,3 auf satte 10 Prozent. Familien mit berufstätigen Elternteilen und ältere Bürger wurden dabei als wichtigste Zielgruppe ausgemacht. Diese sind auch die wichtigsten Kunden des Bio-Einzelhandels.

Das Magazin BIOHANDEL stellte in seiner Ausgabe 04/2014, S. 12/13 fest:

Denjenigen, die ihre Vertriebswege online und stationär geschickt miteinander verknüpfen, bieten sich erhebliche Wachstumschancen.

Die konventionellen Anbieter sind schon da

Anbieter konventioneller Lebensmittel wie food.de sind schon längst in den Online-Frische-Markt eingestiegen, ebenso die großen Ketten wie REWE, LIDL oder edeka. Und auch Startups aus der Unternehmensschmiede Rocket Internet der Samwer-Brüder wie allyouneed und shopwings sind angetreten.

Der Naturkosthandel sucht noch nach Lösungen…

Im Naturkosthandel gibt es bisher nur Lösungen wie froschking, robin-green oder bio123. Die genannten Anbieter haben beispielsweise nicht so klare Zugangsvoraussetzungen für nachhaltige Produkte wie damado. Laut Sascha Damaschun von Bodan ist die Branche auf der Suche nach Online-Modellen, die angestammten Kunden nicht das Geschäft streitig machen. Amazon sei dafür kein Weg.

…damado hat sie schon

Hier setzt damado an und bietet nicht nur Händlern eine moderne Online-Plattform sondern den Kunden auch die Möglichkeit, durch die Click-und-Collect-Funktion die Waren online zu kaufen und offline beim Händler abzuholen. Der Kontakt zum regionalen Lieblingshändler bleibt so erhalten.

„Wir gehen gerade aktiv auf regionale Händler zu, um ihnen diese Möglichkeit klar zu machen. Der Verkauf von frischen Lebensmitteln ist bei damado kein Problem, weil die Händler selbst die Lieferung wie gewohnt übernehmen.“,

bringt Gründerin Kriesten die Vorteile auf den Punkt. In Berlin ist inzwischen das Startup BIOBUTLER für die nachhaltige Lieferung in die Betaphase gegangen. Der Bio-Online-Shop beliefert per E-Lastenfahrrad die Kunden am gleichen Tag. Das ist eine gute Idee für Großstädte und eher weniger für für ländliche Gebiete.

Trend zu veganen, regionalen und fairen Bio-Produkten

Doch ist nicht nur das Online-Einkaufen von Lebensmitteln ein Trend, sondern noch mehr der Wunsch nach fairen, regionalen und vor allem veganen Produkten, bei denen auf alles verzichtet wird, was von Tieren stammt. Jeder 11. Bundesbürger ist laut Befragung an veganer Ernährung interessiert. In deutschen Ballungsgebieten breitet sich gerade eine Lebensmittelkette für die vegane Ernährung aus.

Bio-Produkte bieten auch die großen Lebensmittelketten. Doch sind die für damado ähnlich wie für die gesamte Naturkostbranche nicht interessant, denn es geht auch um faire Arbeitsbedingungen. „Uns geht es um nachhaltige, regionale und faire Produkte. Deshalb wird man auf damado.de keine Bio-Produkte von großen Supermarktketten finden.“, sagt auch Mareike Kriesten.

Mit diesem Wunsch spricht die Gründerin vielen Verbrauchern aus dem Herzen. Selbst Spitzenköchin Sarah Wiener betreibt nur bio-zertifizierte Restaurants, vertreibt Bio-Lebensmittel über eine Eigenmarke und hat eine Stiftung gegründet, um Kindern bundesweit zu zeigen, was gesundes Essen bedeutet. Das ist ganz sicher nicht normiertes Essen mit zu viel Industriezucker, Zusatzstoffen und Geschmacksverstärkern, was oft verzehrfertig im konventionellen Handel angeboten wird.

Für mehr regionale Produkte hat sich in diesem Jahr die Food Assembly in Deutschland gegründet, die regionale Erzeuger und Konsumenten ohne Zwischenhändler zusammenbringt. Gerade letztes Wochenende wurden sie bei der NEXT GENERATION FOOD 2014 in Berlin von Chefkoch.de und dem E-Food-Blog als beste Geschäftsidee im E-Food-Bereich im Jahr 2014 ausgezeichnet. Mareike Kriesten kann sich vorstellen, dass das Konzept von damado auch für dieses Netzwerk interessant ist.

„Im Moment stehen bei damado alle Zeichen auf Wachstum: Wir bauen im ersten Schritt aktiv die Onlinehändler auf. Im November 2014 starten wir mit einer Crowdfunding-Kampagne, um die Lieferdienste und Bioläden mit einzubinden. Unser Ziel ist, es die Naturkostbranche zu revolutionieren.“

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Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

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