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Schüler lernen gründen

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Wenn Schüler über ihren Berufswunsch nachdenken, ist das Thema Unternehmensgründung noch viel zu wenig präsent. Laut Statistik sind die meisten Gründer (31,4 %) zwischen 25 und 34 Jahren alt, unter den 18 bis 24 jährigen sind es gerade 12,3 Prozent. Es gibt jedoch verschiedene Angebote für Schüler.

Ein Angebot ist die „Lernwerkstatt für Unternehmensgründung“ in Berlin. Die Synergie GmbH bietet seit 2014 als Projektträger der Initiative BOB – Berufsorientierung und Bewerbung ein speziell entwickeltes mehrtägiges Modul für Schüler von Oberstufenzentren (OSZ) an. Teilnehmer sind vor allem die Meister- und Technikerklassen, die sich oft nach der Ausbildung selbstständig machen.

Thomas Bierbaum, Trainer der Lernwerkstatt und Unternehmensberater, hat die Erfahrung gemacht, dass das Angebot für die Schüler am sinnvollsten ist, die sich wirklich gründen wollen. „Dann ist die Dynamik ganz anders, als wenn es nur ein Planspiel ist. In den Meister- und Technikerklassen des Oberstufenzentrums (OSZ) Raum und Farbgestaltung gibt es viele Schüler, die nach ihrem Abschluss wirklich in die Selbständigkeit gehen wollen.“

5 Tage Training

Im Rahmen der Lernwerkstatt werden die wesentlichen Aspekte einer Unternehmensgründung am konkreten Vorhaben der Teilnehmenden bearbeitet. Sie dauert fünf Tage, davon sind vier Tage Training und am fünften Tag bekommen alle ein individuelles Feedback. „Diese Art Training setzen wir schon seit vielen Jahren erfolgreich ein, beispielsweise beim Projekt Start:Chance, mit dem wir bereits 200 bis 300 Gründer begleitet haben“, berichtet Bierbaum.

Den Gründungsfahrplan erstellen

Es werden Themen wie Zielgruppen, Alleinstellungsmerkmal, Kundenkommunikation, Markterkundung, Wettbewerbsanalyse, Geschäftsplanung und Betriebswirtschaft für kleine Unternehmen sowie die Unternehmenspräsentation bearbeitet. Abschließend entsteht ein Gründungsfahrplan.

Die Lernwerkstatt ist in der Form eines Assessments organisiert. Es dient dazu, den Stand des eigenen Gründungsvorhabens zu erkennen und Managementwerkzeuge sowie unternehmerisches Denken zu vermitteln. Die Teilnehmer profitieren, weil sie:

  • eigene Fähigkeiten und Kenntnisse bezüglich des geplanten Vorhabens einschätzen lernen,
  • vorhandene Fähigkeiten miteinander verknüpfen und so neue Ressourcen und Potentiale entdecken,
  • Lücken im Konzept und den eigenen Beratungs- und Qualifizierungsbedarf besser erkennen können,
  • von anderen Teilnehmenden lernen und sich mit ihnen vernetzen.

Ein eigenes Profil ist wichtig

„Für die angehenden Handwerker war es überraschend, dass sie ein eigenes Profil entwickeln müssen und nicht einfach mit ihrem Angebot auf den Markt gehen können und die Kunden kommen einfach so“, erzählt der Trainer. „Die Lernwerkstatt ist der erste ‚Reality Check‘ für ihr Projekt. Ob sie damit erfolgreich sein werden, wird sich zeigen, da sie erst im kommenden Jahr ihre Ausbildung abschließen und dann gründen.“

Andere Effekte der Lernwerkstatt waren, dass Teilnehmer durch das Feedback erst ihre eigentlichen Stärken erkannten. Beispielsweise stellte sich bei einem Schüler mit türkischen Wurzeln heraus, dass er sich auf das Thema Gardinen spezialisieren kann, da diese für türkische Familien bei der Raumgestaltung sehr wichtig sind und er sich damit gut auskennt.

Preise richtig kalkulieren

Für alle gab es einen AHA-Effekt bei der Preiskalkulation: Wenn alle Kosten gedeckt werden sollen, dürfen die Dienstleistungen nicht zu billig angeboten werden. „Die Schüler lernen in der Werkstatt ihnen nicht bewusste blinde Flecken kennen. Wir spiegeln Ihnen diese. Das hilft ihnen, Fehler bei der Gründung von vornherein zu vermeiden“, so Bierbaum.

Da die Schüler des Oberstufenzentrums im letzten Jahr von dem kostenlosen schulischen Angebot begeistert waren, findet es dieses Jahr im Herbst wieder statt. Für die Teilnahme können sich allerdings nur Schüler dieses OSZ bewerben. Andere Schulen haben jedoch die Möglichkeit, sich für das Projekt zu bewerben.

Weitere Angebote für Schulen und Schüler

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bietet für Lehrer mit der Initiative „Unternehmergeist macht Schule“ Ideen und Materialien für die Unterrichtsgestaltung zu Gründerthemen.
sowie Hilfe und Tipps für Schüler, die sich mit dem Thema Unternehmensgründung beschäftigen wollen.

Schülerfirmen gründen

Um Berufschancen durch erlebtes Lernen zu verbessern, gibt es in Berlin das Kompetenzzentrum Netzwerk Schülerfirmen. Schüler erfahren hier, wie sie eine Schülerfirma gründen können und erhalten einen Überblick, welche Schülerfirmen es bereits gibt. Schülerfirmen als Form des aktiven Unterrichts sind bereits an vielen Schulen möglich und richten sich an Schüler ab 12 Jahren. Es gibt sogar eine Anleitung für den Aufbau einer Schülerfirma.

Der Europäische Unternehmerführerschein

Außerdem bieten viele weiterführende Schulen wie das OSZ Handel in Berlin ihren Schülern die Möglichkeit, den Europäischen Unternehmerführerschein zu machen, der eine international anerkannte Zusatzqualifikation ist. Im Rahmen des Unterrichts absolvieren die Schüler verschiedene volks- und betriebswirtschaftliche Modul und schließen mit einer Prüfung ab.

 
 

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Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

2 Kommentare

  1. Die Lernwerkstatt für Unternehmensgründung ist eine super Sache und erweckt hoffentlich viele neue Start-Ups in der Zukunft! Es ist super, dass diese Lernwerkstatt von jemanden geführt wird, der selber in einer Unternehmensberatung arbeitet und dementsprechend weiss, worauf es ankommt bei verschiedenen Unternehmen und Industrien! Ich wünschte, wir hätten früher Schülerfirmen gehabt 😉

    • Ja, das stimmt. Es gibt noch viel zu wenige Möglichkeiten dafür. Man kann nie früh genug anfangen, die eigene Geschäftsidee zu entwickeln und eigentlich ist es auch nie zu spät! 😉

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