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Von der Idee zum Geschäftsmodell: AdaptivPlan

(c) Foto: AdaptivPlan

AdaptivPlan ist eine neue Projektmanagement-Software. Die beiden Gründer Philip Stelzer und Ishay Summer arbeiten mit ihrem Team daran, die Software marktreif zu machen. Das Startup hat Platz im neuen Innovations- und Gründerzentrum CHIC in Berlin-Charlottenburg gefunden.

Was ist bei Adaptivplan anders als bei anderen Projektplanern? Gibt es nicht schon genügend davon?

Quantität sagt ja leider nicht viel über Qualität aus. Und so gibt es bis heute auch leider keine Software die Teams wirklich hilft, mit ihren komplexen Projekten selbst in schnelllebigen Umgebungen erfolgreich zu sein. Viele Entscheidungen werden hier nach Bauchgefühl getroffen, weil heutige Tools zu statisch sind und eine schnelle Analyse und Anpassung der Situation nicht zulassen.

 
Genau hier setzen wir mit AdaptivPlan an. Wir haben eine clevere Projektmanagementsoftware entwickelt, die Projektteams aktiv in ihrer Arbeit unterstützt, indem sie z.B. den Projektplan automatisch an jede neue Situation anpasst.

Somit muss ich als Projektmanager kaum noch Zeit mit der Aktualisierung meines Projektplans verbringen, und zudem kann sich mein Team wieder auf den Plan verlassen. Clevere Planung bedeutet in unserem Fall also präzisere Pläne, die selbst in den komplexesten Projekten weniger Zeit und Aufwand für die Erstellung und Aktualisierung benötigen.

AdaptivPlan (c)
 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, AdaptivPlan zu gründen?

Die ursprüngliche Idee stammt von meinem Mitgründer Ishay Sommer, der zuvor diverse Teams in anderen Unternehmen geleitet hat. Er hat immer viel Zeit damit verbringen müssen, den Arbeitsplan seines Teams permanent an neue Gegebenheiten anzupassen. Das führte dazu, dass er kaum noch zu seinen eigentlichen Aufgaben kam. So entstand die Idee, dass man dies mit einer cleveren Softwarelösung besser machen könnte.

Sind Sie aus Berlin oder zum Gründen nach Berlin gekommen?

Ich bin zum Gründen nach Berlin gekommen. Zuvor war ich einige Jahre im Ausland und war an Gründungen in den Niederlanden und Australien beteiligt. Als ich mich dann entschlossen habe wieder nach Deutschland zu gehen, war schnell klar, dass es dann Berlin sein muss.
 

 
Als Gründer sind wir auf ein starkes Netzwerk wie in Berlin angewiesen und brauchen andere Unternehmen in unserem Umfeld, die die Bedürfnisse von Startups auch verstehen. Andernfalls hätten wir aus meiner Sicht einen deutlichen Nachteil gegenüber anderen Startups, die in entsprechenden Startup Ecosystems arbeiten.

Ihr Team ist sehr international – Zufall oder Absicht?

Absicht. Mein Mitgründer kommt ursprünglich aus Israel und hat einige Jahre in den USA gearbeitet. Ich war ebenfalls einige Jahre im Ausland und so war für uns beide schnell klar, dass wir viel Wert auf ein entsprechend internationales Umfeld legen. Aus unserer Sicht bekommen wir so mehr und unterschiedlichere Meinungen sowie Lösungsansätze für Herausforderungen, die wir meistern müssen und können. Das macht das Arbeiten im Team einfach noch etwas interessanter.

Seit wann gibt es AdaptivPlan?

Die Idee hatten wir vor ca. zwei Jahren und haben dann auch angefangen, daran zu arbeiten. Unser Unternehmen – die Task36 GmbH – gibt es seit Juli 2014.

Welche Schritte waren nötig, um AdaptivPlan zu gründen?

Zunächst mussten wir nachweisen, dass unsere Idee technisch überhaupt möglich ist. Es gab nicht wenige, die es für praktisch unmöglich hielten, die benötigten komplexen Berechnungen in so kurzer Zeit kontinuierlich durchzuführen.

Dabei hat es uns sehr geholfen, gleich zu Beginn als erstes deutsches Startup am Accelerator des MIT in Boston teilnehmen zu dürfen. Hier konnten wir den Proof-of-concept erbringen und erstes Feedback von potenziellen Nutzern sammeln. Anschließend haben wir das Unternehmen noch fast 1,5 Jahre selbst finanziert, bevor wir im letzten Dezember die ersten Investoren mit an Bord holen konnten.

Was lief anders als geplant?

Die Entwicklungsarbeit hat leider länger gedauert, als wir gehofft hatten, und das hat unseren Plan natürlich nach hinten verschoben. Insgesamt sind wir aber bisher sehr gut vorangekommen und sind zum Glück bisher noch auf kein unüberwindbares Hindernis gestoßen.

Was hat gut funktioniert?

Wir sind immer wieder erstaunt, wie viele Projektmanager uns gerne unterstützen, weil sie noch immer vor großen Herausforderungen stehen und nach immer besseren Lösungen suchen. So sind wir in der Lage mit vielen Experten zusammenzuarbeiten und unsere Software entsprechend ihrem Feedback weiter zu verbessern. Natürlich sind wir auch sehr dankbar dafür, wenn Unternehmen mit uns kooperieren und uns zusätzlich Tipps geben.

Wer hat Sie unterstützt und an welcher Stelle hätte es mehr sein können?

Wir haben über die letzten Monate viele Berater für unser Unternehmen gewinnen können, die uns mit ihrem Fachwissen in verschiedenen Bereichen jederzeit helfend zur Seite stehen. Es sind aber nicht nur diese Einzelpersonen sondern auch einige Institutionen wie z.B. die TU Berlin oder EIT Digital. Insgesamt können wir uns über mangelnde Hilfe wirklich nicht beklagen.

Was würden Sie heute anders machen?

Vermutlich würde ich das Entwicklerteam früher erweitern und mit einem Designer verstärken. Das hätte unsere Zeit bis zum Markteintritt deutlich verkürzen können.

Was ist das nächste Ziel?

Unser nächstes Ziel ist jetzt einen erfolgreichen Eintritt in den Markt zu schaffen und dann schrittweise weitere Funktionen und Vorteile für unsere Kunden anzubieten. Wir haben hier noch einige Funktionen in der Pipeline, die zusammen mit unserer cleveren Kerntechnologie ganz neue Möglichkeiten im Projektmanagement schaffen werden.

Welchen Tipp würden Sie anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Sich auf jeden Fall rechtzeitig mit vielen Experten aus unterschiedlichen Bereichen zu umgeben. Als Gründer musst Du schnell sehr viele Bereiche gleichzeitig abdecken, und da ist es von unschätzbarem Wert, wenn Du hier und da die Meinung von jemandem mit viel Erfahrung im entsprechenden Bereich einholen kannst.

 


Haben Sie Fragen zum Beratungsangebot?

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf: Telefon: 030 / 98 30 51 49 E-Mail: info@startbox-berlin.de

Autor: Nadja Bungard

Ich begleite Unternehmen und Gründer dabei, ihr Business bekannter zu machen. Sie profitieren dabei von meinen Erfahrungen als Journalistin, PR-Beraterin und Online-Marketing-Managerin, also online und offline.

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