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Wie Existenzgründer die richtige Krankenversicherung finden

Wer sich entschließt, in die Selbständigkeit zu gehen, hat viele Punkte zu beachten. Ein wichtiger Bereich ist die passende soziale Absicherung. Wir haben uns mit der Expertin für Krankenversicherungen, Natalie Avi-Tal, unterhalten. Sie ist IHK-geprüfte Versicherungsfachfrau, Wirtschaftsjuristin und Vorständin der Graf von Luxburg Holding AG mit der Abteilung LuxburgPlus für den Bereich Gesundheitsabsicherung.

Frau Avi-Tal, worauf sollten denn Existenzgründer bei der Auswahl der richtigen Krankenversicherung achten?

Existenzgründer sollten sich immer individuell beraten lassen. Denn es gibt keine pauschale Empfehlung für die richtige Krankenversicherung. Das Ergebnis kann ganz unterschiedlich sein und hängt von folgenden vier Punkten ab:

  • Familienstand:
    Ist man ledig oder verheiratet? Hat man Kinder? Sind die Kinder beitragsfrei familienversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung?
  • Gründung aus ALG I oder ALG II :
    Wer den Gründungszuschuss erhält, ist freiwillig versichert und erhält monatlich 300 € für die soziale Absicherung, also für Kranken-, Pflege-, Renten- und gegebenenfalls die freiwillige Arbeitslosenversicherung. Erhält man hingegen Einstiegsgeld, weil man aus ALG II gründet, ist man pflichtversichert.
  • Die finanzielle Perspektive laut Business Plan:
    Hat der Existenzgründer bereits Auftragnehmer und planbare Einnahmen oder startete er bei „Null“?
  • Der persönliche Gesundheitszustand:
    Lässt es der persönliche Gesundheitsstatus zu sich privat oder zusätzlich zu versichern? Wann ist generell davon abzuraten?

Welche Möglichkeiten der Krankenversicherung gibt es und wodurch unterscheiden sie sich?

Es gibt für Existenzgründer grundsätzlich vier verschiedene Möglichkeiten sich zu versichern:

    • Die private Krankheitskostenvollversicherung (PKV):
      Hier sind die Leistungen frei wählbar. Der Beitrag berechnet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand.
    • Die gesetzlich freiwillige Versicherung (freiwillige GKV):
      Die Leistungen sind einseitig durch den Gesetzgeber festgelegt. Der Beitrag errechnet sich nach den Einnahmen.
    • Die gesetzliche Pflichtversicherung (Pflicht-GKV):
      Gesetzlich pflichtversichert sind normale Arbeitnehmer und diejenigen, die sich aus ALG II mit Einstiegsgeld selbstständig machen.
      Die Leistungen sind einseitig durch den Gesetzgeber festgelegt. Der Beitrag errechnet sich nach den Einnahmen.
    • Die Künstlersozialkasse (KSK):
      Die Leistungen sind einseitig durch den Gesetzgeber festgelegt., Der Beitrag errechnet sich nach den Einnahmen. Es gibt jedoch einen Zuschuss von 50%, ähnlich wie bei einem Angestelltenverhältnis . Diese Versicherung können bestimmte Berufsgruppen wie Journalisten und Künstler in Anspruch nehmen.

Können Sie Fallbeispiele nennen, um die unterschiedlichen Ergebnisse zu zeigen?

Natürlich. Für einen Zahntechniker, der sich aus ALG I selbstständig macht und Gründungszuschuss erhält, allein lebt, keine Kinder hat und gesundheitlich fit ist, kann die PKV die richtige Wahl sein. Das wäre vor allem der Fall, wenn er vorher im Angestelltenverhältnis als Zahntechniker gearbeitet hat und sich so bereits einen eigenen Kundenstamm aufgebaut hat.

Für einen Gastronom hingegen, der sich aus ALG II heraus selbstständig macht, verheiratet ist, zwei Kinder hat und noch schwankende Einnahmen, ist die Pflichtversicherung in der GKV über das Jobcenter der richtige Weg. Die richtige Versicherung kann man in einem Beratungsgespräch recht schnell herausfinden. Darüber hinaus sollten sich Existenzgründer auch über die weitere soziale Absicherung Gedanken machen.

Vielen Dank für das Gespräch. Das ist eine gute Überleitung zum nächsten Beitrag. Darin geht es um weitere Möglichkeiten der sozialen Absicherung.

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Autor: Nadja Bungard

Ich mache meine Kunden sichtbar - in der Öffentlichkeit, in den Medien, in Social-Media-Kanälen. Als PR-Beraterin helfe ich Gründern und Unternehmern, sich im Markt klar aufzustellen, dabei strategisch vorzugehen und die richtigen Themen zu setzen. 2011 erschien mein "Praxisleitfaden für zeitgemäße Presse- und Öffentlichkeitsarbeit" im DIHK Verlag.

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